Kritik von Israel

Erstes Atomkraftwerk im Iran geht an den Start

Vom ersten Atomkraftwerk des Iran geht nach Einschätzung der USA keine Gefahr für die Verbreitung von atomwaffenfähigem Material aus. Der mit russischer Hilfe gebaute Reaktor in Buschehr wurde am Wochenende in Betrieb genommen. Israel dagegen rief den Westen auf, den Druck auf den Iran zu erhöhen.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Buschehr (afp/red) - Nach mehr als 30 Jahren Bauzeit begannen russische und iranische Techniker am Samstag, die Anlage in Buschehr mit nuklearen Brennstäben zu bestücken. Die Arbeit unter Aufsicht der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) soll in zwei Wochen abgeschlossen sein. Ende Oktober könnte das Kraftwerk ans Stromnetz angeschlossen werden.

Nutzung von Atomkraft mit russischer Unterstützung

Nach Angaben des Chefs der iranischen Atomenergiebehörde, Ali Akbar Salehi, symbolisiert die Inbetriebnahme der Anlage die Entschlossenheit des Iran, sein "friedliches Nuklearprogramm" fortzuführen. Der Leiter der russischen Atombehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, hob den "internationalen Charakter" der Anlage hervor. Der deutsche Siemens-Konzern hatte den Bau des Kraftwerks schon 1979 begonnen, die Arbeiten wurden aufgrund des Krieges mit dem Irak aber bald darauf eingestellt. Jetzt übernimmt Russland für die kommenden zehn Jahre die Lieferung und Entsorgung des in Buschehr verwendeten atomaren Brennstoffs.

Israel kritisiert das iranische Nuklearprogramm

Teheran weist Verdächtigungen zurück, denen zufolge die zivile Nutzung von Atomenergie nur ein Vorwand sei, um nach Atomwaffen zu streben. In dem seit Jahren schwelenden Streit hatte der UN-Sicherheitsrat im Juni die bestehenden Sanktionen gegen Teheran verschärft, weil der Iran ungeachtet der internationalen Warnungen an seiner Urananreicherung festhält. Israel, das sich vom iranischen Nuklearstreben besonders bedroht fühlt, reagierte kritisch auf die Inbetriebnahme des Kraftwerks. Das israelische Außenministerium erklärte, es sei "unverständlich", dass ein Land, das gegen die IAEA-Regeln verstoße, von den "Früchten der Nuklearenergie" profitieren könne.