In betrieb genommen

Erstes atomares Zwischenlager in Baden-Württemberg übergeben

Baden-Württemberg hat ein erstes atomares Zwischenlager. Das rund 40 Millionen Euro teure Stollen-Projekt am Kernkraftwerk Neckarwestheim wurde jetzt nach knapp dreijähriger Bauzeit dem Kraftwerksbetreiber EnBW übergeben, wie ein Sprecher des Energiekonzerns mitteilte.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Neckarwestheim (ddp/sm) - In zwei parallelen unterirdischen Tunnelröhren mit einer Länge von 90 und 84 Metern sollen "ab Ende November" abgebrannte Brennelemente bis zum Transport in ein späteres Atommüllendlager in Castorbehältern eingelagert werden. Insgesamt könnten 151 Castoren in dem Zwischenlager aufgestellt werden. Dessen Nutzungsdauer sei auf maximal 40 Jahre befristet.

Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) mahnte bei der Übergabe am Freitag, das Zwischenlager sei "nur eine Übergangslösung". Notwendig sei "eine dauerhaft sichere Endlagerung atomarer Abfälle in dafür geeigneten tiefen Gesteinsschichten". Das Bundesumweltministerium sei deshalb "in der Pflicht, die seit sechs Jahren ruhenden Erkundungsarbeiten in Niedersachsen schnellstmöglich wieder aufzunehmen", unterstrich Gönner.

Das "Aktionsbündnis Castor-Widerstand Neckarwestheim" protestierte gegen das Zwischenlager. Es sei "eigentlich nicht genehmigungsfähig", betonten die Atomkraftgegner.

Ende Oktober soll nach Angaben Gönners beim Kernkraftwerk Philippsburg ein weiteres vergleichbares Zwischenlager genehmigt und in Betrieb genommen werden. Ein drittes Zwischenlager in Baden-Württemberg solle ab 2008 bei dem im Frühjahr 2005 stillgelegten AKW Obrigheim in Betrieb gehen. Es werde nötig, um die beim Rückbau des Kernkraftwerks anfallenden Abfälle "sicher zwischen zu lagern".