Japan

Erstes AKW nach Fukushima darf ans Netz

Dreieinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe in Fukushima ist der Weg für die Atomkraft wieder frei. Nachdem die Aufsichtsbehörden und das Regionalparlament ihr Einverständnis gegeben hatten, folgte nun auch die Genehmigung des zuständigen Gouverneurs. Im AKW Sendai können zwei Atomreaktoren wieder hoch gefahren werden.

Laufzeitverlängerung© Gabriele Rohde / Fotolia.com

Tokio (AFP/red) - Dreieinhalb Jahre nach der Katastrophe von Fukushima hat ein Gouverneur in Japan den Weg zum Wiederhochfahren von zwei Atomreaktoren freigemacht. Vor der Genehmigung für die Wiederinbetriebnahme der Reaktoren im Atomkraftwerk von Sendai im südlichen Kagoshima seien "verschiedene Situationen umfassend" durchgespielt worden, sagte Gouverneur Yuichiro Ito am Freitag vor Journalisten. Zuvor hatten die Aufsichtsbehörden und das Regionalparlament ihr Einverständnis gegeben.

Fukushima-Katastrophe 2011

Das japanische Kernkraftwerk Fukushima war im März 2011 von einem Erdbeben und einem Tsunami schwer beschädigt worden, die Naturkatastrophe kostete mehr als 18.000 Menschen das Leben. In der Folge kam es in drei Reaktoren zur Kernschmelze. Es war die weltweit größte Atomkatastrophe seit Tschernobyl 1986. In der Folge wurden sämtliche Atomreaktoren in Japan heruntergefahren. Zwei Reaktoren liefen zwischenzeitlich wieder an, derzeit sind aber wieder alle Anlagen vom Netz.

Demonstrationen gegen Atomkraft

Die Skepsis in der japanischen Bevölkerung gegenüber der Atomtechnologie ist durch die Katastrophe stark gestiegen. Erst Ende September demonstrierten in Tokio 16.000 Menschen gegen das Wiederhochfahren von Reaktoren. Die Regierung von Shinzo Abe befürwortet jedoch die Rückkehr zur Atomkraft, um den Energiebedarf des Landes zu decken. Es wird damit gerechnet, dass die Atommeiler in Sendai frühestens im nächsten Jahr ans Netz genommen werden.

Quelle: AFP