Brokdorf

Erstes AKW muss wegen Hitze Leistung drosseln

Durch die anhaltende Hitzeperiode steigen auch die Temperaturen der Flüsse. Derzeit werden stellenweise schon 25 Grad im Wasser erreicht, und ab 28 Grad müssen die Versorger ihre Kraftwerke vom Netz nehmen. Am Montag hat das AKW Brokdorf als erster Meiler wegen der Hitze die Leistung drosseln müssen.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Brokdorf/Stuttgart (ddp/red) - Wegen der anhaltenden Hitze hat das Atomkraftwerk Brokdorf (Kreis Steinburg) an der Elbe am Montag kurzzeitig seine Leistung drosseln müssen. Sie wurde für drei Stunden um 50 Megawatt oder drei Prozent abgesenkt, wie ein Sprecher des für Atomaufsicht zuständigen Justizministeriums am Dienstag in Kiel sagte. Grund war die Überschreitung der für die Elbe kritischen Wassertemperatur von 23 Grad Celsius um ein Grad. Dies kommt während Hitzeperioden laut Ministerium nicht regelmäßig, aber in Abständen vor.

Auch in Baden-Württemberg bereitet man sich vor. "Die Lage ist angespannt, aber noch nicht dramatisch. Die Situation könnte sich aber schon in den nächsten Tagen weiter zuspitzen", sagte Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) am Dienstag in Stuttgart. Ab einer Wassertemperatur von 28 Grad Celsius müssten die Energieversorger grundsätzlich ihre Kohle- und Kernkraftwerke vom Netz nehmen. An einzelnen Messstellen wie Mannheim, Lauffen am Neckar, Karlsruhe und Iffezheim am Rhein wurden bereits über 25 Grad erreicht.

Um einem Zusammenbruch der Stromversorgung im Notfall vorzubeugen, hätten sich Umweltministerium, das Wirtschaftsressort und die Energieversorger auf ein Mindestkraftwerkskonzept geeinigt. "Im Ernstfall kann auf dieser Grundlage schnell eine sachgerechte Abwägung zwischen ökologischen Belangen und sicherer Energieversorgung getroffen werden", sagte Gönner.

Sie geht davon aus, dass die Krisenpläne in Zukunft wegen des Klimawandels noch öfter zum Einsatz kommen. Die Zahl der heißen Tage mit Temperaturen von mehr als 30 Grad werden weiter zunehmen. "Es gibt jährlich starke Schwankungen im Wettergeschehen. In der längerfristigen Tendenz der kommenden Jahrzehnte werden aber die Hitzeperioden zunehmen", sagte Gönner.

Um Investitionsanreize für gewässerschonende Techniken zu schaffen, plant Gönner die Einführung eines Ökobonus. Dadurch sollen ökologische Investitionen mit einer Tarifermäßigung um bis zu 25 Prozent belohnt werden. So könne mit modernen Umwelttechnologien in heißen Sommermonaten einer zusätzlichen Aufheizung der Flüsse entgegengewirkt werden.