Premiere

Erster kommerzieller Ostsee-Windpark am Netz

Deutschlands erster kommerzieller Windpark in der Ostsee ist am Montag vor der Halbinsel Fischland-Darß offiziell ans Netz gegangen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nahm während eines Festakts in Zingst die Anlage in Betrieb. Der erste kommerzielle Windpark in der Nordsee war Anfang April in Betrieb genommen worden.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Zingst (dapd/red) - Betreiber der "Baltic 1" genannten Offshore Plattform vor Mecklenburg-Vorpommerns Küste ist der Energiekonzern EnBW.

Der aus 21 Windkraftanlagen und einer Umspannplattform bestehende Park wurde seit dem Frühjahr 2010 in einem sieben Quadratkilometer großen Seegebiet 16 Kilometer vor der Halbinsel Fischland-Darß errichtet. Er liefert über ein 60 Kilometer langes Seekabel Strom. Nach Unternehmensangaben kann die Anlage mit einer Gesamtleistung von 50 Megawatt 185 Gigawattstunden Strom jährlich für rund 50.000 Haushalte erzeugen.

Merkel sagte, mit der Inbetriebnahme werde ein neues Kapitel der Energiegewinnung in Deutschland aufgeschlagen. Für den beschleunigten Eintritt in das Zeitalter der erneuerbaren Energien müssten aber auch neue Hauptstromtrassen gebaut, bestehende Verteilernetze renoviert und neue Speichertechnologien geschaffen werden. Die Kanzlerin kündigte ein fünf Milliarden Euro umfassendes Sonderprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau zum Ausbau der erneuerbaren Energieträger an.

Nach Angaben von EnBW-Vorstandschef Hans-Peter Villis ist bereits der Bau eines zweiten, sechsmal größeren Offshore Windparks 32 Kilometer vor der Insel Rügen geplant. Nach Abschluss des Genehmigungsverfahrens werde der Bau der 80 Windräder mit einer Leistung von jeweils 3,6 Megawatt voraussichtlich im kommenden Jahr beginnen und die Anlage ein Jahr später ans Netz gehen.