Kraftwerk im Meer

Erster deutscher Ostsee-Windpark genehmigt

Die erste Offshore-Anlage in der deutschen Ostsee ist genehmigt. Wie Mecklenburgs Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) heute mitteilte, sollen im Windpark Kriegers Flak vor Rügen 80 Anlagen mit einer Leistung von insgesamt 330 Megawatt entstehen. Die Realisierung des Projekts sei für 2006/2007 geplant.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Rostock (ddp-nrd/sm) - Nördlich der Insel Rügen entsteht voraussichtlich Deutschlands erster Offshore-Windpark. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) gab grünes Licht für den Bau von insgesamt 80 Windenergieanlagen nördlich der Kadetrinne sowie einer Kabeltrasse zum Land.

Beide Genehmigungen wurden erstmals im Paket vergeben. Damit habe das Projekt "Kriegers Flak" beste Aussichten, mit dem vorhandenen Netzanschluss auch als erster Windpark vor den deutschen Küsten gebaut zu werden, sagte Ministerpräsident Harald Ringstorff (SPD) heute in Rostock.

Bauherr ist die Offshore Ostsee Wind AG aus Börgerende. Sie plant die Errichtung von 80 Windenergieanlagen 30 Kilometer nördlich von Rügen. Hinzu kommt ein kleinerer Modell-Windpark mit 30 Anlagen vor der Halbinsel Darß, der dieselbe Kabeltrasse wie "Kriegers Flak" nutzen wird. Das Kraftwerk hätte insgesamt eine Leistung von knapp 400 Megawatt. Damit ließe sich knapp die Hälfte des Stromverbrauchs in Mecklenburg-Vorpommern decken, sagte Carlo Schmidt von der Offshore Ostsee Wind AG. Baubeginn sei Ende kommenden Jahres.

Weder die Sicherheit der Schifffahrt noch die Meeresumwelt werde durch den Standort gefährdet, begründete das BSH seine Entscheidung. Zu den Auflagen für die Windpark-Betreiber gehöre aber die Beobachtung des jährlichen Kranichzuges über die Ostsee. Notfalls müsse der Windpark dann zeitweise vom Netz genommen werden. "Der Windpark wird auch für spätere Projekte ein Demonstrationsvorhaben", sagte Schmidt. So werde der Know-How-Vorsprung beispielsweise bei der Fertigung der Fundamente möglicherweise zur Standardauflage für weitere Offshore-Vorhaben.

Der nach einer dänischen Sandbank benannte Windpark "Kriegers Flak" wird zu zwei Dritteln aus Windenergieanlagen mit je 3,6 Megawatt Leistung und zu einem Drittel mit je fünf Megawatt bestehen. Für die kleineren Anlagen gebe es bereits Hersteller, bei den größeren bestehe noch Forschungsbedarf, sagte Schmidt. Insgesamt werden rund 700 Millionen Euro investiert. Rund 1500 Arbeitsplätze in Zulieferfirmen würden erhalten oder geschaffen.