Weiteres Zeichen der Klimabündnisstadt

Erste solare Großanlage in Dortmund am Netz

Die Dortmunder Europa-Schule zieht energetisch alle Register und produziert künftig ihren eigenen Strom: Auf dem Schuldach wurde heute eine 300 Quadratmeter große Solaranlage eingeweiht. 384 Module bringen eine Leistung von 46 kWp und erzeugen jährlich rund 38.000 kWh Strom. Die Anlage kostete rund 350.000 Euro.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Die Dortmunder Europa-Schule zieht energetisch alle Register und produziert künftig ihren eigenen Strom - möglich macht das eine neue Photovoltaik-Anlage auf dem Dach. Die Anlage zur Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie ist 300 Quadratmeter groß und wurde der Modellschule im Stadtteil Brackel heute übergeben.

"Das Gebäude erfüllt modernste energetische Ansprüche, wo es möglich ist, werden Maßnahmen zur Energieeinsparung genutzt. Das hat landesweit Vorbildcharakter", sagte Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW. Schulleiterin Brigitte Lüchtemeier erklärte, die neue Solar-Anlage setzte ein weithin sichtbares Zeichen für die Nutzung innovativer Technologien im kommunalen Bereich. Stadtkämmerer Pehlke bezeichnete die Anlage als "beispielhaft" für die städtischen Schulen. Die Stadt Dortmund fördere so nicht nur den Ausbau der regenerativen Stromerzeugung, vielmehr setze man auch ein überörtlich wahrnehmbares Signal als Klimabündnisstadt. Wir demonstrieren so Umweltengagement, Innovationskraft und Zukunftsorientierung", so Stadtkämmerer Guntram Pehlke.

Bei der Anlage auf dem Schuldach handelt es sich um die erste solare Großanlage in Dortmund. Dr. Norbert Hüttenhölscher unterstrich die Bedeutung der Solartechnik für die künftige Energieversorgung: "Die Sonne ist eine unerschöpfliche Kraftquelle. Die Energie der Sonnenstrahlen, die jährlich auf die Erde treffen, entspricht ungefähr dem 6700fachen des weltweiten Energiebedarfs."

Die 384 Module auf dem Dach haben eine Leistung von 46 kWp. Sie erzeugen jährlich rund 38.000 kWh Strom. Damit werden rund 20 Prozent des Strombedarfs der Schule gedeckt. Durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz wird eine Einspeisevergütung von 48 Cent pro kWh auf 20 Jahre garantiert. Die Anlage kostete rund 350.000 Euro. Das Land Nordrhein-Westfalen förderte das Projekt mit 58.799 Euro. Lüchtemeier: "Obwohl die Anlage sich wirtschaftlich nicht unbedingt rentiert, hat sie einen unbezahlbaren pädagogischen und umweltpolitischen Wert." In einem "Kontrollraum" können die Schüler minütlich neue Leistungsdaten der Photovoltaikanlage abfragen und auswerten.

Die Europa-Schule hat für die Stadt Dortmund den Charakter einer Modell-Schule im Agenda-21-Prozess. Die Agenda 21 ist Unterrichts-Schwerpunkt aller Jahrgangsstufen. In der 9. Jahrgangsstufe wird z.B. das Fach "Leben in der Einen Welt" unterrichtet. Die Schüler bauten zudem im Technikunterricht ein solarversorgtes Gartenhaus sowie eine Regenwasser-Auffanganlage. Das Gebäude der Schule erfüllt zudem den Niedrigenergiehaus-Standard und verfügt über eine moderne Beleuchtungsanlage in den Klassenräumen.

Der Rat der Stadt Dortmund hatte im Jahr 2000 die verstärkte Nutzung von regenerativer Energien sowie der Umsetzung von Strategien zur Nachhaltigkeit eines energiesparenden Wirtschaftens beschlossen. Die Europa-Schule in Brackel wurde bei ihren Bemühen von der städtischen Immobilienwirtschaft und der Energieagentur NRW unterstützt.

Weitere Informationen gibt es bei der Energieagentur NRW, Morianstr. 32, 42103 Wuppertal, Tel: 0202-245520.

Weiterführende Links
  • Die Energieagentur NRW im Internet: