OPAL-Trasse

Erste Rohre für Ostseepipeline unterwegs nach Rügen

In Mecklenburg-Vorpommern haben die Vorbereitungen für den Bau mehrerer Erdgastrassen begonnen. Für die Verlegung der geplanten Ostseepipeline Nord Stream wurden heute die ersten Rohrsegmente vom Spezialherstellerwerk Europipe in Mülheim an der Ruhr ausgeliefert.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Mülheim/Mukran (ddp-nrd/sm) - Abgeschlossen wurde inzwischen die Überführung der Stahlrohre für den ersten Bauabschnitt der Ostsee-Pipeline-Anbindungsleitung (OPAL), die von Lubmin ins sächsische Olbernhau führt. Die ersten 100 Rohrsegmente für die Nord-Stream-Trasse wurden mit einem Güterzug auf die Reise geschickt. Die jeweils zwölf Meter langen Stahlrohren mit einem Durchmesser von 1,22 Metern würden in der Nacht im Fährhafen Sassnitz erwartet, sagte ein Hafensprecher.

In den nächsten Monaten sollen insgesamt rund 65.000 Gasleitungssegmente per Bahn nach Mukran geliefert und dort auf mehreren Freiflächen deponiert werden. Im Hafengelände wird derzeit ein neues Werk der nordfranzösischen Firma EUPEC errichtet, in dem die Rohrsegmente vor ihrer Verlegung in der Ostsee mit Beton ummantelt werden sollen.

Neben Mukran entsteht auch im finnischen Kotka ein Betonummantelungswerk. Darüber hinaus sind Zwischenlager bei Slite auf der schwedischen Insel Gotland, im südschwedischen Karlshamn sowie im finnischen Hafen Hanko vorgesehen. Die 1220 Kilometer lange Gastrasse der Nord Stream AG soll voraussichtlich 2010 mit Spezialschiffen vom russischen Vyborg nach Lubmin verlegt werden. Künftig sollen jährlich bis zu 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas durch die geplanten beiden Leitungsstränge nach Europa fließen.

Für die an die deutsch-tschechische Grenze führende OPAL wurden inzwischen insgesamt 75 Kilometer Leitungsrohre nach Mecklenburg-Vorpommern geliefert. Insgesamt seien mehr als 4100 Rohrsegmente mit der Bahn nach Lubmin und Drögeheide bei Torgelow gebracht und anschließend mit 16 Schwerlast-Transportern zu den entsprechenden Lagerplätzen entlang dem Trassenkorridor transportiert worden, sagte Wingas-Sprecher Nicholas Neu. Die noch ausstehenden Zulieferungen für die rund 103 Kilometer durch Mecklenburg-Vorpommern führende Gasleitung werden nach der Sommersaison erfolgen.

Die etwa eine Milliarde Euro teure Leitung wird von 2009 bis 2010 von Lubmin nach Olbernhau in einer Erdtiefe von einem Meter verlegt. Auf dem Teilabschnitt von Lubmin nach Züssow soll in das Leitungsbett auch eine Wasserleitung für die Ausspülung des geplanten Kavernendepots Moeckow des EWE-Konzerns gelegt werden.

Gegenwärtig untersuchen Bodendenkmalpfleger den OPAL-Trassenkorridor auf archäologische Fundstellen. Nach Angaben des Landesamts für Kultur und Denkmalpflege wurden bislang auf 78 Verdachtsflächen sogenannte Suchschnitte angelegt und dabei 24 Bodendenkmale entdeckt.

Um Umweltschäden zu vermeiden, werde die Trasse das unter Naturschutz stehende Peenetal untertunneln, sagte Neu. "Wir werden die Flussniederung nicht durchqueren, sondern die Rohrleitung bei Stolpe mit einer Tunnelbohrmaschine etwa 20 Meter unter dem Flussgrund verlegen."

Das erste russische Erdgas soll 2011 durch die OPAL nach Sachsen fließen. Etwa ein Jahr später ist die Inbetriebnahme der nach Bremen führenden Nordeuropäischen Erdgasleitung (NEL) vorgesehen. Das Raumordnungsverfahren für die quer durch Mecklenburg-Vorpommern führende Trasse beginnt voraussichtlich Anfang 2009.