Premiere im Wasser

Erste deutsche Windkraftanlage mit nassen Füßen entsteht

Die Anlage verfügt über eine installierte Leistung von 4,5 Megawatt und kann damit knapp 4500 Haushalte mit Strom versorgen. Sie entsteht derzeit im Auftrag der Oldenburger EWE in der Emsmündung vor Emden. Die Gondel ist vergleichbar mit einem Einfamilienhaus und wiegt 350 Tonnen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Emden (ddp-nrd/sm) - Bereits in rund zwei Wochen soll Deutschlands erste im Wasser stehende Windkraftanlage in der Emsmündung vor Emden Strom produzieren. Dazu wurde gestern ein 250 Tonnen schweres Turmsegment auf das Fundament gesetzt. Bei günstiger Witterung würden die Arbeiten an der 40 Meter vor dem Deich stehenden Nearshore-Anlage bereits bis zum Wochenende fertiggestellt, erläuterte der Geschäftsführer der Planungsfirma Enova, Helmuth Brümmer, in Bunderhee.

Enova zufolge handelt es sich um eine der größten Windkraftanlagen der Welt, die im Auftrag des Oldenburger Energieversorgers EWE aufgebaut wird. Die sogenannte E-112 des Auricher Herstellers Enercon soll auch bei den in der Nordsee geplanten Offshore-Windparks zum Einsatz kommen. Die Anlage verfügt über eine installierte Leistung von 4,5 Megawatt und kann damit knapp 4500 Haushalte mit Strom versorgen. Bei einer durchschnittlichen Windgeschwindigkeit wird mit einem Ertrag von nahezu 15 Millionen Kilowattstunden im Jahr gerechnet. Die "Windmühle der Moderne" hat eine Nabenhöhe von 108 Metern und einen Rotordurchmesser von 114 Metern.

"Die Gondel ist vergleichbar mit einem Einfamilienhaus", sagte Brümmer. Sie wiegt inklusive Generator etwa 350 Tonnen, der Stahlturm insgesamt 850 Tonnen. Ein aus Norwegen stammender und nahezu 4000 Quadratmeter großer Ponton mit einer Tragfähigkeit von 15 650 Tonnen bringt die Teile vom Nordkai des Emder Hafens auf die Baustelle.