Atommüll-Transport

Erste Castor-Gegner wurden in Hannover verhaftet

Mittlerweile sind fünf Castor-Behälter in Valognes eingetroffen. Atomkraftgegner haben für Sonntag, den 7. November, massenhaft Sabotageaktionen an der Bahnstrecke angekündigt. Gegen erste Castor-Gegner wurden bereits Ermittlungsverfahren eingeleitet, in Hannover wurden zwei Aktivisten festgenommen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

La Hague/Hamburg (dapd-nrd/red) - Speziallastwagen brachten bis Mittwoch fünf Behälter mit hoch radioaktivem Müll aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Nordfrankreich zum 30 Kilometer entfernten Verladebahnhof in Valognes. Dort sollen die Behälter für den Weitertransport nach Gorleben auf Eisenbahnwaggons verladen werden. Sechs weitere Castoren werden noch erwartet, am 5. November soll der Castortransport dann nach Gorleben starten.

Erste Castor-Gegner festgenommen

In Hannover wurden zwei Castor-Gegner vorläufig festgenommen, die am Dienstagabend in einer Stadtbahn Aufkleber gegen den Transport angebracht hatten. Die Aufkleber hätten zu strafbaren Aktionen aufgerufen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Die Staatsanwaltschaft Lüneburg hatte zuvor bereits gegen alle ihr namentlich bekannten AKW-Gegner, die sich zum Schottern an der Castor-Strecke bekannten, Ermittlungsverfahren wegen des Aufrufs zu Straftaten eingeleitet. An der Aktion wollen nach eigenem Bekunden im Internet unter anderem Professoren, Künstler und Parlamentarier der Linkspartei teilnehmen.

Das Bekenntnis zum Castor-Schottern, zum Entfernen von Schottersteinen aus dem Gleiskörper der Strecke, machten sich per Erklärung im Internet mittlerweile 1.400 Organisationen und Einzelpersonen zu eigen. Auch bei früheren Transporten wurden regelmäßig auf den letzten 50 Kilometern der Castor-Bahnstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg Schottersteine aus dem Gleiskörper entfernt. Während der Atommülltransport dort unterwegs ist, wird dieser Streckenabschnitt für den Personenverkehr gesperrt. In Dannenberg müssen die Castoren erneut auf Tieflader umgesetzt werden, um die letzten 20 Kilometer nach Gorleben wieder auf der Straße zurückzulegen.