Sonnenstrom gefragt

ersol erwartet für 2008 Umsatz- und Gewinnsprung

Den Umsatz verdoppelt, das operative Ergebnis mehr als verdoppelt, ebenso den Gewinn nach Steuern: Voller Stolz präsentierte Vorstandschef Claus Beneking am Dienstag in Erfurt den Aktionären die Rekordergebnisse des in Deutschland viertgrößten Solarzellenherstellers ersol Solar Energy AG für 2006.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Erfurt (ddp-lth/sm) - Dennoch sprach Beneking von einem "Aufbaujahr". Und auch dieses Jahr wird wohl eher ein Aufbaujahr bleiben, mit nur moderaten Zuwächsen, wie die Ergebnisse des ersten Quartals zeigten. Der Konzernumsatz lag um 1,5 Prozent höher als im ersten Quartal 2006, der Gewinn nach Steuern erhöhte sich von 1,5 Millionen auf 2,1 Millionen Euro. Die Gründe sieht Beneking vor allem in den hohen Investitionen und in einem Großauftrag für Solarzellen aus Spanien, der erst im zweiten Quartal Umsatz bringen werde.

190 Millionen Euro steckt der Konzern 2006 und 2007 in neue Fabriken und Fertigungslinien in Erfurt und Arnstadt. "Die ersol-Gruppe befindet sich in einem Wachstumsprozess", sagte Beneking. Bereits im nächsten Jahr soll die Gruppe die Früchte dieser Investitionen ernten.

Was für Früchte, illustrierte Finanzvorstand Ekhard von Dewitz: Erwartet ersol in diesem Jahr einen Umsatz zwischen 148 und 155 Millionen Euro, sollen es 2008 schon zwischen 320 und 330 Millionen Euro sein. Das operative Ergebnis (EBIT) sagte Dewitz für das kommende Jahr mit 70 bis 80 Millionen Euro voraus, nachdem er für das laufende Geschäftsjahr nur einen Ertrag von 20,3 Millionen Euro erwartet, genauso viel wie 2006. Roland Klose von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz kommentierte dies mit den Worten: "Sonnige Aussichten vor leicht bewölktem Hintergrund."

Beneking zieht seinen Optimismus aus der enormen Nachfrage nach Photovoltaikanlagen. Eine Million solcher Anlagen gibt es bereits in Deutschland. Und die Debatte um den Klimawandel kurbele die Nachfrage weiter an. Beneking zitierte eine Studie der Bundesregierung, wonach 2050 ein Viertel des Strombedarfs in Deutschland aus Solarstrom gewonnen werde.

Dennoch kann ersol schon jetzt die Nachfrage nach Solarzellen nicht befriedigen. Denn der für die Herstellung benötigte Rohstoff ist knapp und teuer, so teuer, dass das Unternehmen nach Angaben von Dewitz lieber auf die Steigerung der Produktion verzichtet und langsamer wächst. Allerdings hat sich ersol bereits bis weit in das nächste Jahrzehnt Siliziumlieferungen vertraglich gesichert, um die neuen Werke auch auslasten zu können. Erst am Dienstag hatte das Unternehmen die Unterzeichnung eines Vorvertrags über den Bezug von Polysilizium mit der russischen Nitol-Gruppe bekannt gegeben. Er würde für vier Jahre lang einen Großteil der Produktion absichern. Zudem ist ersol selbst mit dem Kauf einer US-Firma in die Herstellung von Silizium eingestiegen.

Trotz der sonnigen Aussichten müssen Aktionäre noch auf eine Dividende verzichten. Dewitz begründete das mit den noch erheblichen Investitionskosten. Eine Ertragsbeteiligung der Aktionäre sei frühestens 2008 denkbar. "Aber das halte ich nicht für sinnvoll", fügte der Finanzvorstand gleich hinzu. Er hielte es für besser, die Gewinne weiter zu investieren.