Interview

ErSol-Chef sieht wachsenden Bedarf an Solaranlagen

Solartechnik wird nach Einschätzung von ErSol-Vorstandschef Claus Beneking bei der Energieversorgung in den kommenden Jahren eine wachsende Bedeutung erlangen. Im Vorfeld der Hauptversammlung des Erfurter Solarzellenherstellers äußerte er sich gegenüber der Nachrichtenagentur ddp in Erfurt.

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Erfurt (ddp-lth/sm) - Grund sei das zunehmende Streben, sich von den immer knapper und damit auch teurer werdenden fossilen Rohstoffen und deren stark schwankenden Märkten unabhängig zu machen, so Beneking. "Der Bedarf an Photovoltaik-Anlagen wächst rapide", fügte er hinzu.

Beneking äußerte Verständnis dafür, dass sich Thüringen aus der Förderung von Anlagen zur alternativen Energiegewinnung zurückziehe. Angesichts leerer Kassen seien die Länderhaushalte überfordert und setzten auf eine stärkere Förderung durch den Bund. Zudem sehe das Erneuerbare-Energien-Gesetz eine Umlage der Förderung auf alle Stromverbraucher vor und belaste so die öffentlichen Kassen nicht.

Einer schnelleren Ausweitung der Photovoltaik steht nach Einschätzung Benekings der Mangel an Solarmodulen entgegen. Grund dafür seien auch die knappen Ressourcen an Silizium. Um die Versorgung mit diesem Rohstoff langfristig zu sichern, habe ErSol Anfang des Jahres die US-amerikanische Firma Silicon Recycling Services Inc. erworben. "Damit haben wir uns zusätzliches Silizium gesichert und zugleich einen Fuß auf den amerikanischen Markt bekommen", sagte Beneking. Er schloss nicht aus, ein Gemeinschaftsunternehmen in den USA zu gründen und dort Solarzellen auch für den amerikanischen Markt zu produzieren.

ErSol hatte im vergangenen Jahr einen Gewinn von 9,5 Millionen Euro vor Steuern erzielt. In diesem Jahr sind nach Unternehmensangaben 25 bis 30 Millionen Euro geplant. Der Konzernumsatz soll auf 120 bis 125 Millionen Euro statt ursprünglich kalkulierter 100 Millionen Euro steigen. Ab 2008 peilt Beneking jährliche Wachstumsraten um die 20 Prozent an.

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