Ersetzt günstiges Rapsöl bald das teure Heizöl?

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com
Der Winter steht schon fast vor der Tür und der Anstieg der Ölpreise verteuert auch das Heizöl. Deshalb sind Nachrichten über Alternativen zum teuren Heizöl besonders erfreulich: Durch den ersten Großversuch zur Verwendung von unverestertem Rapsöl ist jetzt klar geworden, dass Rapsöl nicht nur Kohlendioxid-neutral verbrennt, sondern auch deutlich weniger Schadstoffe freisetzt und zudem mit etwa 80 Pfennig pro Liter derzeit eine günstige Alternative bietet.


Während Bio-Diesel, das aus Rapsöl stammt, erst aufwendig mit Erdgas und viel Energie "verestert" werden muss, kann kaltgepresstes Rapsöl aus stillgelegten landwirtschaftlichen Flächen dezentral gewonnen und genutzt werden. Wie der erste Großversuch zum Thema Rapsöl im Gebiet Hohenlohe und Crailsheim (Baden-Württemberg) zeigte, ist eine Zumischung von 15 Prozent Rapsöl zum Heizöl sowohl preislich als auch umwelttechnisch optimal. Die Stadtwerke Crailsheim und das Tochterunternehmen ecoSWITCH AG führte in der vergangenen Heizperiode in Kooperation mit zahlreichen Industrieunternehmen mehrere Versuchsreihen durch, deren Ergebnisse ecoSWITCH-Vorstand Josef Wagner zusammenfasste: "Das Rapsöl/Heizölgemisch hat sich dabei als eine gute Ergänzung und echte Alternative zu reinem Heizöl gezeigt, es enthält fast keinen Schwefel, emittiert bei der Verbrennung deutlich weniger Schadstoffe und ist schließlich ein nachwachsender Rohstoff aus heimischen Landen." Die wissenschaftlich-technische Begleitung war Sache des Steinbeis-Transferzentrums Heilbronn. Dessen Leiter, Prof. Dr.-Ing. Ewald Pruckner, bestätigte "Rapsöl setzt bei der Verbrennung nur das an Kohlendioxid frei, was zuvor über die Photosynthese in der Biomasse eingelagert wurde, insofern ist die Verbrennung Kohlendioxid-neutral". Auch bei den Stickoxiden hätten die Werte 10 bis 15 Prozent unter denen einer reinen Heizölverbrennung gelegen.


Interessant für alle Beteiligten war die Tatsache, dass in den Anlagen selbst keinerlei technische Veränderungen notwendig waren, da eine Ölvorwärmung fast überall vorhanden ist. Diese ist sinnvoll, um die notwendige Viskosität zu erreichen. Es zeigte sich auch, dass die Brenner durch die Verwendung des Heizöl/Rapsölgemisches offensichtlich weniger verschmutzen als solche, die mit reinem Heizöl laufen. "Natürlich sind wir uns der Tatsache bewusst, dass Rapsöl zur Zeit nur einen kleinen Anteil an der Energieversorgung leisten kann, aber wir müssen alle Aspekte einer umweltgerechten Energieversorgung ausloten und marktfähig machen", erklärte Josef Wagner.


Weitere Informationen unter www.ecoswitch.de.