Windenergie

Erschließung der Windkraft geht nur schleppend voran

Bei der Erschließung der Windkraft im Offshore-Bereich kommt es zu erheblichen Verzögerungen. Von den rund 10.000 geplanten Windrädern im offenen Meer stehen erst 27. Verantwortlich für den schleppenden Ausbau sind neben natürlichen Widerständen logistische Probleme und Schwierigkeiten bei der Netzanbindung.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (dapd/red) - Die Erschließung der Windkraft im offenen Meer kommt offenbar nur schleppend voran. Von rund 10.000 Windrädern, die auf dem zu Deutschland gehörenden Festlandsockel von Nord- und Ostsee bis 2030 mit einer Leistung von 25 Gigawatt zur Energiewende beitragen sollen, stehen derzeit erst 27 mit einer Leistung von 135 Megawatt. Dies teilte der zuständige Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Klaus-Dieter Scheurle, am Mittwoch in Berlin mit.

Zahlreiche Probleme verzögern den Ausbau

Bei dem Gebiet geht es um die "ausschließliche Wirtschaftszone" (AWZ) Deutschlands, die bis zu 200 Seemeilen weit ins offene Meer reichen kann, ihre Grenzen jedoch besonders in der Ostsee durch die relativ nahe gelegenen Küstenzonen der Nachbarländer findet. Genehmigt sind bereits mehr als 2.000 solcher Offshore-Anlagen. Derzeit verhindern nach den Worten der Präsidentin des Bundesamts für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH), Monika Breuch-Moritz, sowohl "natürliche Widerstände" als auch die Verfügbarkeit einschlägiger Arbeitsschiffe und Probleme bei der Netzanbindung den weiteren Ausbau der Windkraft.

Scheurle sagte, die aktuellen Raumordnungspläne für die AWZ sicherten bereits Anlagen von zwölf Gigawatt Leistung. Das Ziel der Bundesregierung von 25 Gigawatt sei bereits in den Plänen angelegt, indem Planung und Bau auch außerhalb der bislang erfassten "Vorranggebiete" ermöglicht würden. Darüber hinaus soll die Netzanbindung zum Festland künftig gebündelt werden, um effizienter zu liefern und die Beeinträchtigung der Meeresumwelt so gering wie möglich zu halten.

Erosionserscheinungen am Meeresboden

An einigen Anlagen sind laut Breuch-Moritz in der Umgebung der Verankerung im Boden Sohlenvertiefungen, sogenannte Auskolkungen, entstanden, wie sie in kleinem Maßstab auch neben Gegenständen im Strand bekannt sind. Sie messen nach Angaben der BSH-Experten bis zu 7,5 Meter Tiefe. Bislang sei aber keine Gefährdung der Standsicherheit der Windräder festzustellen. Das Phänomen werde genau beobachtet, sagte Scheurle, die Messergebnisse würden in künftige Genehmigungsverfahren einfließen.