Weiterer Ausbau?

Erneuter Streit um künftige Braunkohlenutzung in Sachsen (Upd.)

Das neuerliche Engagement von Staatsregierung und CDU für eine vermehrte Braunkohlenutzung hat in Sachsen heftige Kritik hervorgerufen. Die Grünen im Landtag warfen Ministerpräsident Milbradt Ignoranz gegenüber dem Klimawandel vor. Der Verein "Für Heuersdorf" wies auf den hohen CO2-Ausstoß der Kraftwerke hin.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Freiberg (ddp-lsc/sm) - Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und die CDU in Sachsen machen sich für einen Ausbau der Braunkohlenutzung im Freistaat stark. "Die Kapazitäten der Braunkohle sind noch längst nicht erschöpft", sagte der Regierungschef heute in Freiberg auf dem zweiten Sächsischen Rohstofftag. Mit modernen Kraftwerken sei es zudem möglich, die Braunkohleverstromung in Einklang mit dem Ziel der CO2-Einsparung zu bringen. Auch die Kernenergie dürfe bei der Debatte um die sichere Energieversorgung in Deutschland künftig nicht ausgeblendet werden, sagte Milbradt. Wesentliches Ziel, unabhängig vom Energieträger, müsse es aber sein, die Effizienz bei der Stromgewinnung zu steigern.

Der Chef der CDU-Landtagsfraktion, Fritz Hähle, erklärte in Borna, die Braunkohle sei mindestens in den nächsten Jahrzehnten ein unverzichtbarer heimischer Energieträger. Nach seiner Einschätzung ist die Braunkohle zurzeit unersetzlich, um die Grundlast in der Energieversorgung bereitzustellen und so die Voraussetzung für die Nutzung regenerativer Energien zu schaffen. Die CDU unterstütze die Anstrengungen zur CO2-Minderung, zugleich müssten jedoch auch die Belange der sächsischen Braunkohle berücksichtigt werden.

Grünen-Fraktionschefin Antje Hermenau entgegnete den CDU-Politikern, von allen Energieträgern erzeuge Braunkohle den höchsten CO2-Ausstoß. "Die vom Ministerpräsidenten hoch gelobten Kraftwerke in der Lausitz und in Lippendorf stoßen den vierfachen CO2-Anteil bei gleicher Leistung aus wie moderne Gaskraftwerke". In der derzeitigen Debatte um Klimaschutz sei es völlig unsinnig, neue Braunkohlekraftwerke zu bauen.

Für den Verein "Für Heuersdorf" erklärte Sprecher Dirk Reinhardt, die CDU im Freistaat sei nach wie vor einer der aktivsten Lobbyisten für den Kohlebergbau. Angesichts der verheerenden Schäden, die der Bergbau an Umwelt und auch an den Menschen verursache, stehe außer Frage, dass der Braunkohle nicht die Zukunft gehören könne. Der Ort Heuersdorf südlich von Leipzig wird in den nächsten Jahren dem Braunkohlebergbau zum Opfer fallen und abgebaggert werden.