Niedersachsen

Erneute Forderung für einheitliche Netzgesellschaft

Niedersachsens Umweltminister hat sich wegen der Verzögerungen beim Ausbau der Stromnetze für eine einheitliche Netzgesellschaft ausgesprochen. Der Ausbau verzögerte sich immer wieder, vor allem die Windparks auf See betreffend. Deutschland ist bisher in vier Netzzonen eingeteilt, die von vier verschiedenen Unternehmen geleitet werden.

Stromnetz Ausbau© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (dapd/red) - Wegen der Verzögerungen beim Ausbau der Stromnetze in Deutschland hat sich Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner für eine einheitliche Netzgesellschaft ausgesprochen. "Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende ist es, die Netzanschlüsse der in der deutschen Nordsee im Bau befindlichen und geplanten Windparks sicherzustellen und die großen Stromnetzausbauprojekte von Nord- nach Süddeutschland umzusetzen. Um dies zu beschleunigen, darf es keine Denkverbote geben", sagte der FDP-Politiker am Donnerstag in Hannover.

Bisher werden in Deutschland vier Netzzonen von vier eigenständigen Unternehmen betrieben. Mit einer Netzgesellschaft könnten alle vier Betreiber zusammengeführt und möglicherweise der Bund regulierend mit eingreifen. Wie die genaue Ausgestaltung sein soll, ist aber noch unklar.

Fehlende Netzanschlüsse bereiten Probleme

Probleme gibt es derzeit vor allem wegen fehlender Zusagen für Netzanschlüsse der Offshore-Windparks. Bislang gibt es nur Zusagen für sechs Windparks. Die Windparkbetreiber sind aber für Investitionen auf die Zusagen angewiesen. Birkner forderte eine Wiederaufnahme der Auftragsvergabe bei neuen Netzanschlüssen für die Windparks auf hoher See. "Ansonsten wird es auch schwierig, neue Investoren für die Offshore-Windparks zu finden", sagte er.

Birkner kritisierte vor allem den Betreiber TenneT, der in Schleswig-Holstein, Hessen, Niedersachsen und Bayern aktiv ist. Offensichtlich seien durch TenneT die "finanziellen Dimensionen des Netzausbaus" unterschätzt worden, weshalb es zu Verzögerungen komme. Es dürfe nicht zu einem Investitionsstopp durch eine unzureichende Mittelbereitstellung einzelner Eigentümer kommen. TenneT befindet sich zu hundert Prozent im Besitz des niederländischen Staates.