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AtommüllDer Göttinger Chemie-Professor Rolf Bertram warnt vor einer Verfüllung des maroden Atommülllagers Asse mit Beton und einer Salzlösung. Bislang ist eine Flutung des Bergwerks für den Fall vorgesehen, dass es in der Asse zu einem Notfall kommt.
Göttingen/Remlingen (ddp/red) - Im Fall einer Verfüllung kämen sämtliche in dem Bergwerk lagernden radioaktiven Abfälle "früher oder später" mit der Lösung in Kontakt, heißt es in einer am Wochenende veröffentlichten Stellungnahme des Wissenschaftlers.
Vergangene Woche hatte bereits der Geologe Ralf Krupp gewarnt, bei einer Flutung der Asse könne es schon nach wenigen Jahrzehnten zu einer radioaktiven Verseuchung der Umwelt kommen. Krupp und Bertram sind Mitglieder der "Arbeitsgruppe Optionenvergleich", die das Schließungsverfahren für das Atommülllager Asse seit Jahren wissenschaftlich begleitet.
Umweltschützer fordern den endgültigen Verzicht auf eine Verfüllung der Asse. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hatte diese Variante als eine von drei Möglichkeiten der Stilllegung geprüft. "Der Optionenvergleich hatte das Ergebnis, dass die Rückholung der Abfälle nach derzeitigem Wissensstand die beste Stilllegungsoption darstellt", sagte Behördensprecher Werner Nording. "Insofern müssen wir uns nicht von der Vollverfüllung verabschieden, weil wir uns gar nicht dafür entschieden haben."
Bertram sagte, eine Flutung des Bergwerks sei aber weiter vorgesehen, wenn es zu einem Notfall in der Asse komme. Auch dann würde das eingelagerte Material der Einwirkung der Salzlösung ausgesetzt. Ein Notfall könnte eintreten, wenn sich die Menge des seit Jahren von außen in das Bergwerk sickernden Wassers stark erhöht und nicht mehr abgepumpt werden kann.
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