Undichtigkeit

Erneut meldepflichtiges Ereignis in Brunsbüttel

Im abgeschalteten schleswig-holsteinischen Kernkraftwerk Brunsbüttel hat es erneut ein meldepflichtiges Ereignis gegeben. Wie das für die Atomaufsicht zuständige Kieler Justizministerium am Freitag mitteilte, handelte es sich um eine undichte Stelle in einem Zwischenkühler im Nebenkühlwassersystem.

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Kiel /Hamburg (dapd/red) - Das Leck habe jedoch keine Auswirkungen auf die Reaktoranlage und keine sicherheitstechnische Bedeutung gehabt.

Vattenfall als Kraftwerksbetreiberin habe das Ereignis der Kategorie "N" der Atomaufsichtsbehörde am Freitag fristgerecht gemeldet. Das Ministerium habe zur Bewertung externe Sachverständige hinzugezogen.

Nach Angaben einer Vattenfall-Sprecherin war das undichte Rohr anhand einer Routinekontrolle entdeckt worden. Die chemische Analyse einer Probe hatte den Angaben zufolge erhöhte Chloridwerte im Zwischenkühlkreislauf ergeben, die auf ein Eindringen von Elbwasser hindeuteten. Bei einer Inspektion des Zwischenkühlers sei dann das beschädigte Kühlerrohr entdeckt worden. Es sei mit einem Stopfen verschlossen worden. Insgesamt gebe es 1458 solcher Rohre in dem Kühler. Eine Beeinträchtigung der Kühlerfunktion gebe es nicht.

Brunsbüttel steht ebenso wie der schlewig-holsteinische Meiler Krümmel seit dreieinhalb Jahren still. Krümmel war am 28. Juni 2007 nach dem Brand eines Trafos vom Netz gegangen, Brunsbüttel am selben Tag wegen eines Kurzschlusses in einer Schaltanlage. Krümmel war lediglich für etwa zwei Wochen im Jahr 2009 kurzzeitig wieder angefahren worden.