Bürgerproteste gegen Atomkraft

Erneut Atomunfall in Frankreich: 15 Personen kontaminiert (Upd.)

Bereits zum dritten Mal in diesem Monat hat sich in einer französischen Atomanlage ein Vorfall ereignet: Bei der Inspektion eines Kraftwerkes Saint-Alban nahe Lyon seien 15 Mitarbeiter radioaktiv kontaminiert worden, wie der Energiekonzern EDF am Montag bekanntgab. Die Kritik von Atomkraftgegnern wird derweil immer lauter.

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Paris (red) - Bei den 15 Mitarbeitern seien leichte Spuren einer Kontamination festgestellt worden. Jedoch hätte dies laut EDF keine Konsequenzen und die Betroffenen müssten nicht behandelt werden. Wie es zu der Verstrahlung kommen konnte, werde noch untersucht.

Die Direktion der Atomanlage teilte nun mit, dass der Zwischenfall "nicht mit den anderen vergleichbar" sei, er se von der Aufsichtsbehörde noch nicht einmal auf der Bewertungsskala eingestuft worden.

In der Bevölkerung mehren sich jedoch die Proteste gegen Atomenergie. Präsident Sarkozy mache Frankreich zu einer Atom-Republik, lautet die Kritik von Greenpeace. Atomkraftgegner hoffen, dass andere Länder Sarkozys Pläne, Atomenergie ins EU-Klimaprogramm aufzunehmen, verhindern werden.

Erst vor zwei Wochen war im Atomkraftwerk Tricastin nahe Avignon radioaktive Flüssigkeit ausgetretten und in zwei Flüsse gelangt. Letzte Woche war aus einer Brennstäbefabrik uranhaltiges Wasser ausgelaufen.