2015

Erneuerbare lieferten 20 Prozent mehr Strom im Westen Deutschlands

Erneuerbare Energien erzeugten im Westen Deutschlands 2015 rund 20 Prozent mehr Strom als noch im vergangenen Jahr, so der Verteilnetzbetreiber Westnetz. Den größten Teil an Ökostrom steuere noch immer die Windkraft bei, aber auch der Anteil an Biogas habe zugenommen.

SonnenblumeBei den Erneuerbaren Energien liefern Sonne und Wind den größten Anteil an Strom.© click / Fotolia.com

Dortmund - Erneuerbare Energien bleiben im Westen Deutschlands auf Wachstumskurs. So berichtet der Verteilnetzbetreiber Westnetz GmbH von steigenden Werten bei installierter Leistung, Strom- und Biogaseinspeisung und dem Anteil am Endverbraucherabsatz im Jahr 2015 auf.

20,6 Prozent mehr Strom aus erneuerbaren Energien

Die Stromeinspeisung aus erneuerbaren Energien stieg demnach im Jahr 2015 um rund 20,6 Prozent auf 16,5 Milliarden Kilowattstunden (2014: 13,7 Milliarden Kilowattstunden). Dies entspriche dem jährlichen Stromverbrauch von mehr als 4,7 Millionen Haushalten. Zudem seien 201 Millionen Kilowattstunden Biogas in Erdgasqualität im vergangenen Jahr in das Netz eingespeist wurden, was einem Anstieg um rund 26,4 Prozent entspricht (2014: 159 Millionen Kilowattstunden).

Windenergie liefert den größten Teil an sauberem Strom

Die Zahl der Anlagen habe um rund 3,0 Prozent auf 156.516 Stück zu (2014: 152.030) zugenommen und die installierte Leistung habe sich um rund 5,9 Prozent auf 9.236 Megawatt (2014: 8.721 Megawatt) erhöht.

Die erneuerbare Energiequelle mit dem höchsten Anteil an installierter Leistung im Netzgebiet der Westnetz sei unverändert die Windenergie (5.046 MW), gefolgt von der Solarenergie (3.334 MW), Biomasse (629 MW), Deponie-, Klär- und Grubengasen (134 MW) und Wasserkraft (94 MW).

Der Anteil am Endverbraucherabsatz sei um 12,7 Prozent auf 32,7 Prozent in 2015 (2014: 29,1 Prozent) gestiegen. Des Weiteren habe die an die Anlagenbetreiber gezahlte Einspeisevergütung ebenfalls um rund 18,7 Prozent auf 2,29 Milliarden Euro (2014: 1,93 Milliarden Euro) zugenommen.

Netzbetreiber muss häufiger in das Stromnetz eingreifen

Westnetz ist der größte Verteilnetzbetreiber im Westen Deutschlands. Die 100-prozentige Tochtergesellschaft der RWE betreut 185.000 km Stromnetz vom Emsland in den Hundsrück und von der niederländischen Grenze bis ins Weserbergland.

Übersteigt die Einspeiseleistung den Verbrauch deutlich, kann das zu Netzüberlastungen führen. Zudem unterliegt die wetterabhängige Erzeugung der erneuerbaren Energien aus Wind- und Photovoltaikanlagen starken Schwankungen und ist nicht konstant verfügbar. Das stelle das Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Die dezentrale Einspeisung erhöhe sich weiter, die Verteilnetze würden aktiver und somit seien immer mehr Eingriffe in das Stromnetz nötig, um die Netzstabilität und damit auch die Versorgungssicherheit jederzeit gewährleisten zu können.