Neue Nutzung

Erneuerbare Energien übernehmen Aluminium-Standort

Am Standort des Aluminiumwerks Stade werden für 100 Millionen Euro neue Produktionsstätten für Windkraftanlagen und Bioethanol sowie ein Heizkraftwerk gebaut. Die Leerer Prokon Nord Energiesysteme GmbH schafft damit fast 100 Arbeitsplätze für Mitarbeiter des zum Jahresende schließenden Aluminiumwerks.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Leer/Berlin (red) - Wie das Unternehmen mitteilt, soll auf dem Werksgelände ein Heizkraftwerk mit 70 Megawatt Leistung entstehen. Mit der dort anfallenden Prozesswärme soll das Bioethanolwerk versorgt werden. Dieses wird nach Angaben von Prokon Nord mit anfänglich 35 Mitarbeitern jährlich 100.000 Tonnen Biokraftstoff aus Weizen produzieren. "Eine Verdoppelung der Kapazität ist geplant", sagte Ingo de Buhr, Geschäftsführer von Prokon Nord, gegenüber der Informationskampagne für Erneuerbare Energien. Außerdem soll die ehemalige Elektrolysehalle für die Fertigung von Rotorblättern für Offshore-Windkraftanlagen der 5-Megawatt-Klasse genutzt werden.

"Wir rechnen damit, dass wir zahlreiche weitere Arbeitsplätze in Stade schaffen, weil die Nachfrage nach Offshore-Windkraftanlagen und dem Kraftstoff Bioethanol weltweit stark steigt", so de Buhr. Dabei profitiere die Stadt von ihrer Lage an der Elbe und ihrem Hafen. "Das erlaubt den Transport der Rotorblätter per Schiff." Auch das Brennmaterial für das Heizkraftwerk sowie die Rohstoffe zur Bioethanol-Produktion sollten auf dem Wasserweg angeliefert werden.

Wie die Informationskampagne mitteilt sind in Deutschland nach einer Studie des Bundesumweltministeriums etwa 170.000 Menschen im Bereich Erneuerbare Energien beschäftigt - etwa zehn Prozent mehr als 2004. Auf die Windbranche entfallen dabei mehr als 64.000 Beschäftigte. Die Hersteller und Anbieter von Biokraftstoffen geben nach Angaben des Bundeslandwirtschaftsministeriums mehr als 60.000 Menschen Arbeit.

Die restlichen Freiflächen wurden von dem Energieunternehmen Electrabel erworben. Electrabel prüft derzeit die Möglichkeit, ein Kohlekraftwerk auf einem 35 Hektar großen Teilstück des Geländes zu errichten.

Der norwegische Konzern Norsk Hydro hatte Ende letzten Jahres die Schließung seiner Aluminium-Standorte Stade und Hamburg zum 31.12.2006 angekündigt.

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