Statistik II

Erneuerbare Energien schaffen mehr Arbeitsplätze als erwartet

Der anhaltende Ausbau der erneuerbaren Energien hat in Deutschland bislang mehr Arbeitsplätze geschaffen als angenommen. Mittlerweile arbeiteten etwa 170 000 Menschen in der Branche, wie Bundesumweltminister Sigmar Gabriel heute unter Berufung auf eine vom Ministerium in Auftrag gegebene Studie mitteilte.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (ddp.djn/sm) - Ursprünglich war von 130 000 bis 150 000 Stellen die Rede. Bereits 2004 hätten den jüngsten Zahlen zufolge 157 000 Menschen in der Branche gearbeitet.

Bis zum Jahr 2020 sei ein Anstieg der Arbeitsplätze auf etwa 300 000 realistisch, sagte Gabriel. Auch der Nettobeschäftigungseffekt, der einen damit einhergehenden Beschäftigungsabbau in anderen Branchen, etwa der Atomenergie, berücksichtigt, sei positiv. Unterm Strich sei mit einem Plus von 30 000 bis 40 000 Stellen bis 2020 zu rechnen.

Die Zahlen zeigten, dass sich der kräftige Ausbau der erneuerbaren Energien in den vergangenen Jahren langfristig auch ökonomisch rechne, erläuterte Gabriel. Schließlich sei die Branche vor allem mittelständisch geprägt und mit vielen anderen Branchen verflochten. "Ich glaube, dass wir hier einen echten Zukunftsmarkt entwickelt haben", fügte er hinzu.

Im vergangenen Jahr wurden elf Prozent der Nettostromerzeugung aus erneuerbaren Energien gewonnen. Das Ziel der Bundesregierung, den Anteil bis 2020 auf 20 Prozent zu erhöhen, wird höchstwahrscheinlich übertroffen, wie Gabriel kürzlich erklärt hatte. Er hält einen Anteil von 25 Prozent für möglich.