Boom-Branche

Erneuerbare Energien entwickeln sich besser als erwartet

Aktuelle Zahlen aus der Erneuerbare-Energien-Branche geben Auskunft über deren Erfolg: Der Umsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent auf 16 Milliarden Euro, 160 000 Menschen arbeiten mittlerweile in diesem Bereich. Zudem konnten über 83 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

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Berlin (red) - Die Erneuerbare-Energien-Branche entwickelt sich deutlich besser als bisher erwartet. Allein im vergangenen Jahr habe der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 30 Prozent auf 16 Milliarden Euro zugelegt, teilte der Bundesverband Erneuerbare Energien (BEE) heute in Berlin mit. Mittlerweile seien 160 000 Arbeitsplätze in dem Bereich entstanden. Ursprünglich hatte der BEE für 2005 mit 15 Milliarden Euro Umsatz und 150 000 Stellen gerechnet.

Den neusten Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare-Energien-Statistik (AGEE-Stat), der u. a. Vertreter des Umwelt-, Wirtschafts- und Landwirtschaftsministeriums, des Umweltbundesamtes und des Statistisches Bundesamtes angehören, zufolge ist der Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch 2005 auf 10,2 Prozent gewachsen, gegenüber 9,4 Prozent im Vorjahr. Bezogen auf den gesamten Primärenergieverbrauch stieg der Anteil der erneuerbaren Energien im vergangenen Jahr auf 4,6 Prozent gegenueber 4,0 Prozent in 2004.

Dabei leistete die Windenergie mit knapp 26,5 Milliarden Kilowattstunden den größten Beitrag zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien, gefolgt von der Wasserkraft (etwa 21,5 Milliarden Kilowattstunden) und der Biomasse (etwa 10 Milliarden Kilowattstunden). Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich besonders die Stromerzeugung aus Biogas. Den Wärmemarkt aus erneuerbaren Energien decke die gesamte Biomasse mit knapp 94 Prozent der Energiebereitstellung ab. Der Beitrag der Solarthermie stieg gegenüber dem Vorjahr weiter an, 2005 wurden knapp eine Millionen Quadratmeter Kollektorflaeche installiert.

Insgesamt konnten durch die Nutzung erneuerbarer Energien im Jahr 2005 knapp 83 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden werden.

Laut BEE sind 2004 etwa 157 000 Menschen in der Branche beschäftigt gewesen. Das habe die bisherigen Schätzungen um 20 Prozent übertroffen. Die meisten Beschäftigten gab es der Studie zufolge in der Windindustrie. Hier arbeiteten 2004 mehr als 64 300 Menschen. Es folgten die Bioenergie mit mehr als 56 500 Beschäftigten, die Solarenergie mit über 25 100 Arbeitnehmern und die Wasserkraft mit mehr als 9400 Beschäftigten. In der Geothermie arbeiteten etwa 1600 Menschen.