Studie

Erneuerbare Energien als Motor für den Arbeitsmarkt

Die Beschäftigtenzahlen im Bereich der erneuerbaren Energien werden von derzeit 170.000 bis zum Jahr 2020 voraussichtlich auf 300.000 Beschäftigte ansteigen. Dies berichtete Michael Müller, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium, heute im Rahmen einer Fachtagung in Berlin.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Müller stellte ein jetzt abgeschlossenes Forschungsprojekt vor. "Erneuerbare Energien sind auch wirtschafts- und beschäftigungspolitisch ein Aktivposten für Deutschland", so sein Resümee.

Selbst unter Berücksichtigung aller denkbaren negativen Beschäftigungseffekte fällt der Studie zufolge die Bilanz der erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2020 mit mindestens 70.000 zusätzlichen Dauerarbeitsplätzen eindeutig positiv aus.

Voraussetzung für die ermittelten positiven Beschäftigungswirkungen sei, dass der deutsche Markt bei stabilen politischen Rahmenbedingungen weiterhin anhaltende Absatzchancen und Innovationsimpulse für die erneuerbaren Energien biete. Hier sei neben der Fortführung des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ein ähnlich wirkungsvolles Instrument auch im Bereich der regenerativen Wärmeerzeugung erforderlich, um die dort vorhandenen Potentiale zu mobilisieren.

Außerdem hingen die Arbeitsplatzwirkungen in Deutschland stark davon ab, in welchem Umfang die deutschen Unternehmen ihre derzeit sehr guten Chancen im stark wachsenden Weltmarkt für erneuerbare Energien nutzten. Bis 2020, so schätzt die Studie, können die weltweiten Investitionen in Erneuerbare-Energien-Anlagen von derzeit etwa 40 Milliarden Euro auf rund 250 Milliarden Euro ansteigen und im Jahr 2030 sogar 460 Milliarden Euro pro Jahr erreichen. Die Studie geht bei ihren Berechnungen allerdings davon aus, dass von dem Export-Kuchen des Jahres 2030 lediglich rund sechs Prozent, knapp 30 Milliarden Euro, auf deutsche Hersteller entfallen. Dieses Exportszenario wurde aus Sicht der Forscher bewusst zurückhaltend gewählt, genauso wie die Annahmen zur Entwicklung der Preise erneuerbarer Energieträger im Verhältnis zu denen konventionell erzeugter Energie.

Das Forschungsvorhaben "Auswirkungen des Ausbaus der erneuerbaren Energien auf den deutschen Arbeitsmarkt unter besonderer Berücksichtigung des Außenhandels" war in den letzten beiden Jahren vom Zentrum für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW, Stuttgart; Projektleitung), dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW, Berlin), dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR, Stuttgart) und der Gesellschaft für wirtschaftliche Strukturforschung (GWS, Osnabrück) bearbeitet worden. Es stützt sich unter anderem auf eine Befragung von mehr als 1.100 Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche sowie differenzierte Szenarien zur Entwicklung des deutschen sowie weltweiten Marktes für erneuerbare Energien in den Bereichen Strom, Wärme und Kraftstoff bis zum Jahr 2030.

Der Abschlussbericht zur Studie und eine 25seitige Zusammenfassung können von der Internetseite des Bundesumweltministeriums heruntergeladen werden.

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