Überlegungen

Erneuerbare-Branche will sich am Hochspannungsnnetz beteiligen

Die Erneuerbare-Energien-Branche will sich nach Angaben des Solar-Managers Frank Asbeck am deutschen Strom-Höchstspannungsnetz beteiligen, entsprechende Pläne seien bereits mit Banken besprochen worden. Das habe beim Bundesverband und in der Politik zu positiven Reaktionen geführt.

Netzausbau© Thomas Aumann / Fotolia.com

Bonn (ddp/sm) - Der Vorstandsvorsitzende der Bonner SolarWorld AG sagte am Montagabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung in Düsseldorf, der Plan sehe eine Beteiligung von 24,9 Prozent an einer künftigen Deutschen Netz AG vor. Nach den Worten von Asbeck wurde diese Option bereits mit Banken besprochen. SolarWorld habe den Vorschlag in Abstimmung mit dem Bundesverband Solarwirtschaft auch schon in die deutsche Politik eingebracht, sagte er. Von beiden Seiten habe es positive Reaktionen gegeben.

Bereits letzte Woche hatte Asbeck entsprechende Überlegungen gegenüber der Onlineausgabe von Focus Money geäußert. Da erneuerbare Energien mittlerweile einen nicht unwesentlichen Anteil zur deutschen Stromerzeugung beitragen, müssten die Netze stärker auf die dezentrale Energieerzeugung ausgerichtet werden. Darum sei es angemessen, wenn die Branche einen entsprechenden Anteil am Netz übernehme, hatte er gegenüber dem Magazin gesagt.

Solarbranche auf Wachstumskurs

Die Idee einer Deutschen Netz AG war im Frühjahr aufgekommen, nachdem E.ON einen Verkauf ihres Höchstspannungsnetzes angekündigt hatte. "Wir wollen den Hut für den E.ON-Anteil in den Ring werfen", betonte Asbeck jetzt.

Asbeck erwartet, dass die erneuerbaren Energien langfristig die konventionelle Stromerzeugung komplett ersetzen werden. In der Solarbranche stehen nach seinen Prognosen aber auch noch weitere Konsolidierungsschritte an - auch in der deutschen Industrie. Asbeck verwies auf die Anfang Juni angekündigte Übernahme von ersol durch Bosch. "Alle marktführenden Unternehmen der Branche werden demnächst wohl Übernahmeangebote bekommen", sagte er. Die im TecDAX notierte SolarWorld selbst strebe keine Übernahme von Wettbewerbern an.

Weiterführende Links
  • Zum Bericht von Focus Online