Verfahren eingeleitet

Ermittlungen gegen Leitung der Stadtwerke Neuwied

Wegen des Verdachts der Vorteilsnahme ermittelt die Staatsanwaltschaft Koblenz gegen 18 Mitglieder des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung der Stadtwerke Neuwied GmbH. Anlass ist eine Reise, die vom Energiekonzern E.ON Ruhrgas veranstaltet wurde, wie die Behörde am Dienstag mitteilte.

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Neuwied/Koblenz (ddp-rps/sm) - Beschuldigten sollen im September 2005 auf Einladung der E.ON Ruhrgas AG eine dreitägige Reise nach Norwegen unternommen haben, die als "gasfachliche Informationsveranstaltung" deklariert war. Die Stadtwerke Neuwied stehen mit der E.ON Ruhrgas AG in Geschäftsbeziehungen.

Die Kosten sollen sich auf rund 3.000 Euro pro Person belaufen haben. Die Ausgestaltung des Programms hatte "erkennbar keinen beziehungsweise allenfalls einen untergeordneten Bezug" zu der Aufgabe des Aufsichtsrats und der Geschäftsführung, hieß es von Seiten der Staatsanwaltschaft. Zudem soll E.ON den Stadtwerken im Juli 2005 aus dem Bonusmeilenprogramm der Lufthansa Flugmeilen im Wert von 26.000 Euro geschenkt haben. Die Staatsanwaltschaft vermutet, dass E.ON die unabhängige Arbeit des Aufsichtsrats und die Geschäftsführung der Stadtwerke beeinflussen wollte.

Das Verfahren war von der Staatsanwaltschaft Köln nach einer Durchsuchung der E.ON-Geschäftsräume am 4. April eingeleitet worden. Es wurde im September an die Staatsanwaltschaft Koblenz abgegeben. Die Ermittlungen werden den Angaben zufolge voraussichtlich noch mehrere Monate in Anspruch nehmen.