Vorteilsgewährung?

Ermittlungen gegen EnBW wegen WM-Angebot für Politiker

Auch der EnBW steht jetzt Ärger ins Haus: Einem Zeitungsbericht zufolge hat die Karlsruher Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Vorteilsgewährung eingeleitet. Der Versorger - nationaler Sponsor der Fußball-WM - soll drei Ministern und Landtagsfraktionen Tickets geschenkt haben.

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Stuttgart (ddp/sm) - Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe hat wegen des Anbietens kostenloser WM-Tickets für Politiker gegen Verantwortliche der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW) ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Ein Sprecher der Behörde bestätigte am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Nachrichten" (Donnerstagausgabe). Es bestehe der Verdacht der Vorteilsgewährung.

Der Zeitung zufolge bot das Unternehmen drei baden-württembergischen Ministern jeweils zwei Gratis-Tickets für Spiele der Fußball-WM in Stuttgart an. Alle drei Politiker - Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) sowie Wirtschaftsminister Ernst Pfister und Justizminister Ulrich Goll (beide FDP) - hätten mit der EnBW beruflich zu tun und die Gutscheine deshalb abgelehnt.

Die EnBW gehört zu den nationalen Sponsoren der WM. Der Wert der angebotenen Karten soll sich auf jeweils bis zu 120 Euro belaufen haben. Mindestens zwei Fraktionen des Stuttgarter Landtags sollen von dem Unternehmen ebenfalls kostenlose Tickets angeboten bekommen und diese abgelehnt haben.