Verdacht unbestätigt

Ermittlungen gegen ehemaligen EnBW-Chef Goll eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Mannheim hat das Ermittlungsverfahren wegen Bilanzfälschung gegen den ehemaligen Chef der Energie Baden-Württemberg AG (EnBW), Gerhard Goll, eingestellt. Ein Sprecher der Behörde bestätigte am Montag einen entsprechenden Bericht der "Stuttgarter Zeitung" vom selben Tag.

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Mannheim (ddp.djn/sm) - Der Verdacht habe sich nicht bestätigt, hieß es zur Begründung. Die Ermittlungen gegen den amtierenden EnBW-Vorstandschef Utz Claassen, dem ebenfalls Bilanzmanipulation vorgeworfen wird, dauern dagegen an.

Die Staatsanwaltschaft hatte 2003 aufgrund einer Strafanzeige Ermittlungen gegen Goll eingeleitet. Im Zuge dieses Verfahrens geriet dann auch Claassen in den Verdacht der Bilanzfälschung. Goll wurde vorgeworfen, die Lage des Konzerns in der Bilanz für das Jahr 2002 zu positiv dargestellt zu haben. Claassen wiederum soll 2003 über Wertberichtigungen massive Korrekturen vorgenommen und dabei die Situation zu pessimistisch dargelegt haben.

Von den Ermittlungen zur Bilanz 2002 waren neben Goll auch andere ehemalige Mitglieder des EnBW-Vorstands und ein amtierender Vorstandsangehöriger betroffen. Konkret ging es um den Vorwurf, der Vorstand habe gebotene Abschreibungen nicht vorgenommen. Die Staatsanwaltschaft konnte aber kein strafbares Verhalten erkennen. Die Bilanz und der Lagebericht seien unter strafrechtlichen Aspekten nicht zu beanstanden. Auch der zusätzliche Untreue-Verdacht gegen Goll im Zusammenhang mit der EnBW-Beteiligung am Müllverbrennungsprojekt Thermoselect wurde fallen gelassen.

Mit Blick auf die Ermittlungen gegen Claassen sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, dieses Verfahren sei noch offen. Gegen den Unternehmenschef werde weiter ermittelt. Die unrichtige Darstellung von Unternehmensbilanzen ist nach Paragraph 331 des Handelsgesetzbuchs (HGB) strafbar.