WM-Ticketaffaire

Ermittlungen gegen Claassen und Gönner eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat ihre Ermittlungen gegen den ehemaligen EnBW-Chef Utz Claassen wegen Vorteilsgewährung im Zusammenhang mit Heimspielen des Fußballvereins VfB Stuttgart eingestellt. Wie die Behörde mitteilte, bestätigte sich der Verdacht gegen Claassen nicht.

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Stuttgart (ddp.djn/sm) - Bei dem Ermittlungsverfahren ging es um Einladungen der baden-württembergischen Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) in die EnBW-Loge im Stuttgarter Gottlieb-Daimler-Stadion. Gegen Gönner war vor dem Hintergrund der Einladungen wegen Vorteilsannahme ermittelt worden. Auch dieses Verfahren stellte die Staatsanwaltschaft ein.

Allerdings sah sie im Fall eines Spiels des VfB Stuttgart gegen den FC Bayern München im Dezember 2005 den Verdacht gegen die Ministerin als bestätigt an. Dieser Besuch, der von einem EnBW-Vorstandsmitglied veranlasst wurde, sei privat gewesen und habe nicht der Wahrnehmung von Repräsentationspflichten gedient. Wegen der "Geringfügigkeit des Vergehens" wollen die Ermittler die Sache jedoch nicht weiter verfolgen.

In einem andern Verfahren wegen der Vergabe von Ticket-Gutscheinen zur Fußball-WM 2006 an Politiker war Claassen im November 2007 vom Landgericht Karlsruhe freigesprochen worden. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe, die in der Ticketvergabe eine strafbare Klimapflege sieht, hat dagegen Revision eingelegt.