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Erläuterung: Netzagentur besteht auf Gas-Basisvariante

Etwas untergegangen ist laut GEODE, dass die Bundesnetzagentur neben der Entscheidung zu den Netznutzungsentgelten vergangene Woche auch entscheidende Aussagen zum Gasnetzzugang vorgenommen hat. Sie halte uneingeschränkt daran fest, dass Netzbetreiber nur die Basisvariante umsetzen müssen.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Neben der Entscheidung, dass Vattenfall seine Netznutzungsentgelte senken muss, hat die Bundesnetzagentur Ende vergangener Woche auch noch eine Weichenstellung für den Gasnetzzugang vorgenommen. Laut Agenturchef Matthias Kurth soll es den Netzbetreibern künftig möglich sein, einen Kooperationsvertrag unter dem Vorbehalt abzuschließen, dass eine Umsetzung allein auf der Basis des Zweivertragsmodells vorgenommen wird.

Diese Regelung ebne auch denjenigen Netzbetreibern den Weg für eine Vertragsunterzeichnung, die nur das Basismodell einführen wollen, führte Kurth aus. Eine materielle Entscheidung zwischen dem Basismodell und dem Optionsmodell hinsichtlich der Gesetzeskonformität sei damit noch nicht getroffen worden. Er gehe davon aus, dass die Bundesnetzagentur darüber letztlich in Beschlusskammerentscheidungen befinden werde.

"Die Bundesnetzagentur hält uneingeschränkt daran fest, dass Netzbetreiber nur die sogenannte Basisvariante umsetzen müssen, also das eigentliche Entry-Exit-Modell der Bundesnetzagentur, dessen Grundlagen von GEODE gemeinsam mit den Netznutzerverbänden entwickelt wurde. Von großer Bedeutung ist auch, dass der Präsident erklärt hat, dass die Bundesnetzagentur eine materielle Entscheidung darüber, inwieweit die sogenannte Optionsvariante gesetzeskonform ist, noch nicht getroffen hat. Ausdrücklich verweist Kurth hier auf die Beschlusskammern und damit auf ein streitiges Austragen dieser Frage, nachdem die Netznutzer insoweit angekündigt haben, Netzbetreiber anzugreifen, die das Optionsmodell zusätzlich umsetzen", lautet die erste Einschätzung von Christian Held, stellvertretendem Präsidenten der europäischen Energievereinigung GEODE.

"Vor diesem Hintergrund ist hier der Netzbetreiber, der die Kooperationsvereinbarung ohne einen qualifizierten Vorbehalt unterzeichnet, schlecht beraten und setzt sich größten rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken aus", ergänzte Dr. Gerhard Weissmüller, Mitglied des Vorstands der Technischen Werke Ludwigshafen und Sprecher der deutschen Sektion der GEODE. Für die Stadtwerke sei es nunmehr wichtig, keine Kooperationsvereinbarungen ohne Vorbehaltserklärungen gegen die Umsetzung des Optionsmodells abzuschließen. Nur dadurch werde das gesetzeskonforme Basismodell unterstützt.