Premiere

Ericsson errichtet windbetriebene Mobilfunk-Basisstation

Der so genannte "Tower Tube" wurde mit einer Turbine ausgestattet, die über vier vertikal angebrachte Flügel angetrieben wird. So arbeitet der Windgenerator besonders leise, außerdem lässt sich damit die mechanische Belastung des Tower Tube minimieren.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Uppsala (red) - "Tower Tube" nennt sich die neue Einwcklung: eine windbetriebene Mobilfunk-Basisstation, die der schwedische Netzwerkausrüster Ericsson zusammen mit der Uni Uppsala und dem Hersteller Vertical Wind AB entwickelt hat. Im Turm sind neben der Basissatation auch eine Antennenanlage sowie eine Windturbine eingebaut. Ericsson will testen, ob die Wind-Lösung nicht nur umweltfreundlicher, sondern möglicherweise auch kostengünstiger ist als herkömmliche Varianten.

An dem Turm sind vier Rotorblätter vertikal befestigt, die die Basisstation im Inneren mit Energie versorgen sollen. Die Turbine arbeite sehr leise, so dass sich die Belastung für die Umwelt auch in diesem Punkt in Grenzen halte. Im Übrigen falle aufgrund der Betonkonstruktion im Gegensatz zu den sonst verwendeten stählernen Gestellen sowohl bei der Herstellung als auch beim Transport weniger CO2 an. Auch auf Kühlsysteme sowie Antennenkabel könne verzichtet werden. Der Energieverbrauch soll um 40 Prozent niedriger sein als bei klassischen Basisstationen.

Das Forschungsprojekt ergänzt weitere Initiativen, mit denen Ericsson die Energieeffizienz und die Umweltverträglichkeit verbessern sowie die Kosten für die Mobilfunkbetreiber verringern will. Dazu gehören zum Beispiel mit Solarenergie oder mit Biokraftstoff betriebene Basisstationen, Stromspar-Funktionen, die das Mobilfunknetz in Zeiten geringer Auslastung in einen Standby-Modus schalten, sowie eine Hybridlösung, bei der Basisstationen über Dieselgeneratoren und Akkus mit Strom versorgt werden. Zur Aufladung von Handyakkus wurde zusammen mit Sony Ericsson außerdem der Village Solar Charger entwickelt, der in abgelegenen Gebieten von Entwicklungsländern eingesetzt wird.