Ökologisches Bauen

Erhöhte Radioaktivität in Lehmhäusern festgestellt

Bauen mit Lehm steht für Natürlichkeit und ökologisches Denken. Doch neue Forschungsergebnisse zeigen, dass auch hier nicht alles eitel Sonnenschein ist. Das Institut für Strahlenschutz des Helmholtz Zentrums München hat festgestellt, dass der vermeintlich unbedenkliche Baustoff oft erhöhte Werte an Radioaktivität aufweist.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Hamburg/München (red) - Einem Bericht des Spiegel zufolge wurden die ersten Daten in China gewonnen, aber auch Messergebnisse aus einem Fachwerkhaus in Franken lägen vor. Demnach stammt die gemessene Strahlung aus dem radioaktiven Element Thorium, welches im Lehm enthalten ist.

Gemessen wurde das Zerfallsprodukt Thoron, die Werte wurden auf ein Jahr hochgerechnet. Das Ergebnis sei an sich zunächst nicht besorgniserregend, so der Spiegel, da die Dosis von 1,6 Millisievert jährlich noch unter der Dosis liege, die man ohnehin durch natürliche Strahlung abbekomme (2,6 Millisievert im Jahr). Jedoch seien in dem Haus nur zwei Wände und eine Decke aus Lehm und es würde zudem ständig gut belüftet.

Strahlung im Lehmhaus könnte Gesundheit schaden

In einem Haus, das vollständig aus Lehm gebaut wurde und zudem schlecht belüftet werde, könnten die Bedingungen jedoch mit 4,6 Millisievert pro Jahr die Schwellenwerte der Weltgesundheitsorganisation übersteigen, die bei derzeit drei Millisievert für Atemluft liegen. Ab diesem Wert steige das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Gängige Messungen des Edelgases Radon haben das Isotop Thoron bislang nicht berücksichtigt, weshalb man mit der Beurteilung der tatsächlichen Risiken auch noch am Anfang stehe. Von gebrannten Lehmziegeln werde aber kaum Thoron freigesetzt, so die Strahlenschutzexpertin Stefanie Gierl. Derzeit planen die Forscher Messungen in weiteren Fachwerkgebäuden.