szmtag
19.04.2012, 14:57 Uhr

Strom-News

Ökologisches Bauen

Erhöhte Radioaktivität in Lehmhäusern festgestellt

Bauen mit Lehm steht für Natürlichkeit und ökologisches Denken. Doch neue Forschungsergebnisse zeigen, dass auch hier nicht alles eitel Sonnenschein ist. Das Institut für Strahlenschutz des Helmholtz Zentrums München hat festgestellt, dass der vermeintlich unbedenkliche Baustoff oft erhöhte Werte an Radioaktivität aufweist.

Hamburg/München (red) - Einem Bericht des Spiegel zufolge wurden die ersten Daten in China gewonnen, aber auch Messergebnisse aus einem Fachwerkhaus in Franken lägen vor. Demnach stammt die gemessene Strahlung aus dem radioaktiven Element Thorium, welches im Lehm enthalten ist.

Gemessen wurde das Zerfallsprodukt Thoron, die Werte wurden auf ein Jahr hochgerechnet. Das Ergebnis sei an sich zunächst nicht besorgniserregend, so der Spiegel, da die Dosis von 1,6 Millisievert jährlich noch unter der Dosis liege, die man ohnehin durch natürliche Strahlung abbekomme (2,6 Millisievert im Jahr). Jedoch seien in dem Haus nur zwei Wände und eine Decke aus Lehm und es würde zudem ständig gut belüftet.

Atomenergie

Strahlung im Lehmhaus könnte Gesundheit schaden

In einem Haus, das vollständig aus Lehm gebaut wurde und zudem schlecht belüftet werde, könnten die Bedingungen jedoch mit 4,6 Millisievert pro Jahr die Schwellenwerte der Weltgesundheitsorganisation übersteigen, die bei derzeit drei Millisievert für Atemluft liegen. Ab diesem Wert steige das Risiko, an Lungenkrebs zu erkranken.

Gängige Messungen des Edelgases Radon haben das Isotop Thoron bislang nicht berücksichtigt, weshalb man mit der Beurteilung der tatsächlichen Risiken auch noch am Anfang stehe. Von gebrannten Lehmziegeln werde aber kaum Thoron freigesetzt, so die Strahlenschutzexpertin Stefanie Gierl. Derzeit planen die Forscher Messungen in weiteren Fachwerkgebäuden.

© 2001-2013 strom-magazin.de

Diesen Artikel empfehlen

Kostenloser Newsletter von Strom-Magazin.de

Ähnliche Nachrichten zur News "

Erhöhte Radioaktivität in Lehmhäusern festgestellt

"
  • Krebs durch Atommüll-Strahlung nicht nachgewiesen
    Atommüll Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) hat das sogenannte Gesundheitsmonitoring für Mitarbeiter des Atommülllagers Asse abgeschlossen. Bei ehemaligen und den derzeit Beschäftigten im Atommülllager könnten keine Krebserkrankungen infolge von radioaktiver Strahlung bei der Arbeit nachgewiesen werden, teilte die Behörde am Dienstag mit.
  • Japans Böden könnten für Jahrzehnte verseucht sein
    Atomaustieg Radioaktives Cäsium aus dem Atomkraftwerk Fukushima könnte die Nahrungsmittelproduktion in den östlichen Provinzen Japans noch mehrere Jahrzehnte lang unmöglich machen. Die Böden seien dort teilweise mit weit mehr als 2.500 Becquerel pro Kilogramm verseucht, so ein internationales Forscherteam.
  • Fukushima: Strahlung sei in Wirklichkeit viel höher
    Atomenergie Laut einer neuen Studie soll durch den atomaren Super-Gau in Fukushima deutlich mehr radioaktives Cäsium in die Atmosphäre gelangt sein als bislang zugegeben bzw. von der japanischen Regierung berechnet wurde. Deutlich mehr heißt: Bislang wäre nur ein einziges Mal noch mehr Cäsium 137 in die Luft gelangt - und zwar in Tschernobyl.
  • In Gorleben werde mit falschen Strahlenwerten gerechnet
    Atomkraft Nach Berechnungen von Atomkraftgegnern sind die Strahlengrenzwerte am Atommüllzwischenlager in Gorleben bereits seit 2003 überschritten. Demnach rechne der Betreiber, die Gesellschaft für Nuklearservice (GNS), seit Jahren mit einem falschen Wert für die natürliche Strahlung.
  • Gorleben: Neue Messwerte nicht im kritischen Bereich
    Atommüll Die Strahlenwerte am Atommüllzwischenlager in Gorleben liegen nach jüngsten Messungen nicht in einem kritischen Bereich. Experten der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig ermittelten jetzt einen Gesamtstrahlungswert von 0,212 Millisievert (mSv) pro Jahr.
Strompreise
Strom-Infos
Strom kündigen
Ratgeber und Infos
?>