Kirche & Klima

Erdwärmeheizung für Osnabrücker Dom in Betrieb genommen

Jetzt wird der Osnabrücker Dom außer mit Gas auch mit Erdwärme geheizt. Das Geothermik-Projekt wurde von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit 75.000 Euro finanziell unterstützt und vergangene Woche in Betrieb genommen.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Osnabrück (red) - "Weil die frühere Domheizung technisch völlig veraltet war und unser Bauprojekt uns neue Chancen eröffnete, möchten wir mit der neuen Heizanlage einen Beitrag zum Klimaschutz und damit zur Bewahrung der Schöpfung leisten", erklärte Bauherr Domdechant Heinrich Plock. Das Projekt bezieht neben dem Dom das "Forum am Dom", das Diözesanmuseum, das Seelsorgeamt, die Chorräume und das Medienhaus des Bistums ein. Aus den unterschiedlichen Gebäudenutzungen und anhand der gebäudespezifischen Merkmale wurde ein abgestimmtes, gemeinsames System zur Kälte- und Wärmeversorgung entwickelt, das Energie sparen und Klimabelastungen vermeiden soll.

Die Wärme- und Kälteversorgung sei, so Plock, gekennzeichnet durch ein ausgeklügeltes Management: Zwischen 15 und 20 Prozent des Jahreswärmebedarfs sollen aus den 20 Erdsonden gewonnen werden, die 50 Meter tief in den Boden gebohrt wurden. Der restliche Bedarf wird aus Gas gedeckt. Während das bis zwölf Grad warme Wasser im Erdreich im Winter zum Heizen genutzt wird, dient es im Sommer zur Kühlung: Die dem Gebäude entzogene Wärme geht über die Erdsonden in das Erdreich zurück und wird dort "gespeichert".

Das Erdwärme-Projekt kombiniert so genannte Gasabsorptionswärmepumpen und Erdwärme zu einer ökologisch nachhaltigen und langfristig wirtschaftlichen Anlage. Das Energiekonzept am Domforum wurde unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Nutzungsanforderungen der Gebäude aufgestellt: Am Wochenende wird vorwiegend der Dom beheizt, werktags sind es die Verwaltungsräume des Seelsorgeamtes.

Das übergreifende Energiekonzept sei nach den Worten von DBU-Generalsekretär Dr. Fritz Brickwedde "vorbildlich" für Deutschland. An anderen Standorten mangele es nämlich an übergreifenden Konzepten. Kirchliche Liegenschaften, häufig von besonders hohem kulturellen Wert, bestünden aus mehreren einzelnen Gebäuden oder Gebäudeteilen mit oft unterschiedlicher Nutzung. Aufgrund ihrer gewachsenen Strukturen existiere ein übergreifendes Energiekonzept in der Regel aber nicht.