Zweite Bohrung

Erdwärme-Forschungsprojekt in Groß Schönebeck geht in zweite Phase

Das Geoforschungszentrum Potsdam treibt sein Millionen-Projekt zur Erkundung von Erdwärme in Groß Schönebeck voran. Heute starteten die Wissenschaftler im Beisein von Wirtschaftsminister Ulrich Junghanns (CDU) sowie den Staatssekretären von Bundes- und Landesumweltministerium eine zweite Geothermie-Bohrung.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Groß Schönebeck (ddp-lbg/sm) - Mit Hilfe der Bohrung soll ein geschlossener geothermischer Kreislauf aufgebaut werden. Die erste Bohrung führt in eine Tiefe von fast 4300 Metern. Dort herrschen 150 Grad Celsius. Zur wirtschaftlichen Nutzung der Erdwärme muss in der Tiefe neben einer ausreichend hohen Temperatur auch genügend Wasser vorhanden sein. Dieses muss dann in einen stetigen Kreislauf geführt werden.

Junghanns betonte, das Geoforschungszentrum realisiere mit Unterstützung des Bundes eines der innovativsten Erdwärmeprojekte in Europa. Brandenburg habe sich mit seiner "Energiestrategie 2010" zu einem Energieträgermix bekannt, der vor allem auf die heimischen Ressourcen Braunkohle und erneuerbare Energien setze. Inzwischen sei der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Stromverbrauch auf mehr als 30 Prozent gestiegen.

Das Bundesumweltministerium stellt knapp 10,1 Millionen Euro für das Forschungsprojekt bereit. Das brandenburgische Wirtschaftsministerium unterstützt ein Teilprojekt mit einer Million Euro aus dem Programm "Rationelle Energieverwendung und Nutzung erneuerbarer Energiequellen".

Junghanns betonte, in Brandenburg bestünden gute geologische Voraussetzungen zur Nutzung der Tiefengeothermie. Die Stromerzeugung aus Erdwärme habe langfristig sehr gute Perspektiven. Die Geothermie könne kontinuierlich über das ganze Jahr genutzt werden.