Jahresbilanz

Erdöl- und Erdgasproduzenten beklagen massiven Umsatzrückgang

Die deutschen Erdöl- und Erdgasproduzenten verbuchten für das vergangene Jahr erhebliche Fördereinbußen bei gleichzeitig gestiegenen Kosten. Die Produktion sank auf den niedrigsten Stand seit 1990, der Umsatz im Inland ging um 16 Prozent zurück.

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Hamburg (ddp/sm) - Die Inlandsproduktion sank mit einem Rückgang um 8 Prozent auf 17 Milliarden Kubikmeter Erdgas auf den niedrigsten Stand seit 1990 und mit 3,4 Millionen Tonnen Erdöl (-3 Prozent) auf das geringste Niveau seit 2000. Der Inlandsumsatz sei um 16 Prozent auf 4,3 Milliarden Euro zurückgegangen, sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG), Gernot Kalkoffen, am Donnerstag in Hamburg. Dies habe auch durch ein erhöhtes Aufkommen im Ausland nicht ausgeglichen werden können. Weltweit förderten die WEG-Unternehmen im vergangenen Jahr 14 Millionen Tonnen Öl (2006: 15,6) und 25,7 Milliarden Kubikmeter Gas (2006: 26,3).

Grund für die Umsatzeinbußen sind Kalkoffen zufolge niedrigere Absatzmengen und geringere Erdgaspreise auf Produzentenebene. Obwohl auch 2007 immerhin fast ein Fünftel des in Deutschland verbrauchten Gases aus heimischen Quellen gedeckt worden sei, habe der milde vorige Winter die Erdgasnachfrage gedrückt. Außerdem setze sich die natürliche Erschöpfung der Lagerstätten fort, was erhöhte Aufwendungen zur Folge habe. Die Gesamtinvestitionen der Branche stiegen um 30 Prozent auf 1,8 Milliarden Euro, im Inland wurden mit 400 Millionen Euro drei Prozent mehr investiert. Zudem weist die Branche mit knapp 7500 Beschäftigten den höchsten Belegschaftsstand seit 14 Jahren auf. In Jahresfrist sei die Zahl der Arbeitsplätze um zwölf Prozent oder 800 gestiegen.

Positiv auf die Ölpreisentwicklung habe sich die starke europäische Währung ausgewirkt. Im Gegensatz zum Ölpreis auf Dollar-Basis sei der Preis pro Barrel Rohöl bei einer Verrechnung in Euro im Jahresverlauf nur um durchschnittlich 1 Euro auf 53 Euro gestiegen. Allerdings kritisierte Kalkoffen vor dem Hintergrund der schlechten Standortbedingungen im Inland die finanziellen Belastungen durch den Staat. "Wir brauchen eine grundsätzliche Neuorientierung in der Förderabgabenpolitik", so Kalkoffen. Während Energieerzeugung aus Steinkohle, Wind und Wasser subventioniert werde, hätten die WEG-Unternehmen allein in Deutschland knapp 943 Millionen Euro Förderabgaben für Öl und Gas zahlen müssen, und zwar ohne Körperschaftssteuer.