Geringere Nachfrage

Erdöl- und Erdgasförderung in Deutschland sinkt

Deutschland hat im ersten Halbjahr deutlich weniger Erdöl und Erdgas gefördert als ein Jahr zuvor. Die Erdgasproduktion schrumpfte in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf 8,8 Milliarden Kubikmeter, wie der Wirtschaftsverband Erdöl- und Erdgasgewinnung (WEG) mitteilte.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Hannover (ddp/sm) - Die Erdölgewinnung sei im gleichen Zeitraum um 3 Prozent auf 1,7 Millionen Tonnen gesunken. Zum einen sei die Erdgasnachfrage zwischen Januar und Juni witterungsbedingt niedriger gewesen als üblich, sagte WEG-Sprecher Hartmut Pick. Vor allem aber hätten die älteren Lagerstätten weniger Ertrag gebracht. Daher setze die Industrie stärker auf die Suche nach neuen Erdöl- und Erdgasfeldern.

"Es ist ein natürlicher Vorgang, dass ältere Felder weniger produzieren", sagte Pick. Durch technische Möglichkeiten könne die Produktion normalerweise gesteigert werden. "Nur gelingt uns das in diesem Jahr nicht so wie sonst", sagte der WEG-Sprecher. Der Erschließung neuer Felder bekomme dadurch eine zunehmende Bedeutung zu. In den ersten sechs Monaten des Jahres hätten die Erdöl- und Erdgasproduzenten bereits doppelt so viel nach neuen Lagerstätten gebohrt wie im ersten Halbjahr 2006.

Der deutsche Erdgasverbrauch wird laut WEG mittlerweile zu rund einem Fünftel aus heimischen Quellen gedeckt, der Erdölverbrauch lediglich zu drei bis vier Prozent. Spitzenreiter in der Erdgasproduktion sei Niedersachsen. Dort werden dem Verband zufolge 95 Prozent des Erdgases in Deutschland gewonnen. Bei der Erdölförderung liege Schleswig-Holstein auf Platz eins. Ein großes Förderareal an der Nordseeküste liefere von dort alleine 63 Prozent des deutschen Erdöls.