Stromnetz

Erdkabel statt Trasse: Kompromiss kostet Milliarden

Erdkabel sollen im Streit um die großen Stromautobahnen, die im Zuge der Energiewende gebaut werden sollen, die Lösung sein. Es handelt sich allerdings auch um eine äußerst kostenaufwendige Lösung, wie das Bundeswirtschaftsministerium nun mitteilte.

Stromnetz© Volker Werner / Fotolia.com

Berlin (dpa/red) - Der von den Koalitionsspitzen im Sommer verabredete Vorrang für Erdkabel beim umstrittenen Bau der großen Stromautobahnen wird Milliarden kosten. Wie das Bundeswirtschaftsministerium am Montag mitteilte, dürften die zusätzlichen Kosten für die Erdverkabelung von Gleichstromtrassen von Nord nach Süd geschätzt zwischen drei und acht Milliarden Euro liegen. Das müssen die Stromkunden über die Netzentgelte bezahlen.

Kosten für Netzregulierungen könnten wegfallen

Umgekehrt dürfte aber auch viel Geld eingespart werden, wenn durch einen raschen Leitungsausbau künftig Engpässe im Stromnetz beseitigt werden. Denn um das Netz bei schwankendem Wind- und Sonnenstrom stabil zu halten, werden für diese Eingriffe (Redispatch) hohe Ausgaben fällig. Der Netzbetreiber 50Hertz geht für das laufende Jahr bundesweit von 500 Millionen Euro aus.

Erdkabel: Entgegenkommen im Stromtrassen-Streit

Anfang Juli hatten sich CDU-Chefin Angela Merkel, SPD-Chef Sigmar Gabriel und der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer nach monatelangem Streit um neue Überland-Trassen beim Ausbau der Stromnetze geeinigt. Um Bayerns Ministerpräsident entgegenzukommen, sollen bei den großen neuen Nord-Süd-Stromautobahnen stärker bestehende Trassen genutzt sowie vorrangig Erdkabel verlegt werden. Die Regierung will den Beschluss vom Sommer nun in Kürze umsetzen.

Quelle: DPA