Erlaubnis erteilt

Erdgastrasse nach Brandenburg wird größer gebaut

Das Hamburger Energieunternehmen Concord Power Nordal GmbH darf den Durchmesser seiner geplanten Erdgastrasse von Mecklenburg-Vorpommern nach Brandenburg den Abmessungen der deutsch-russischen Ostseepipeline anpassen. Die erforderliche Genehmigung liegt jetzt vor.

Netzausbau© Günter Menzl / Fotolia.com

Lubmin/Börnicke (ddp-lbg/sm) - Der Geschäftsführer der Concord-Power-Gruppe, Heiko von Tschischwitz, teilt am Mittwoch in Hamburg mit, ein entsprechender Antrag auf Vergrößerung des Rohrdurchmessers von 80 auf 120 Zentimeter sei genehmigt worden.

Die Nordal-Leitung soll über insgesamt 210 Kilometer vom Anlandepunkt der Ostseetrasse in Lubmin bei Greifswald nach Börnicke bei Berlin führen. Concord Power sicherte zu, seine Leitung rechtzeitig bis zur Inbetriebnahme der Ostseetrasse in vier Jahren zu bauen. Zugleich werde man dem deutsch-russischen Konsortium Nord Stream AG einen "diskriminierungsfreien Netzzugang bis zur nächstgelegenen Hochdruckleitung bei Börnicke" gewährleisten, sagte Tschischwitz. Dabei würden die Durchleitungsentgelte unterhalb der derzeit üblichen Marktpreise liegen.

Den Plänen zufolge sollen ab 2010 jährlich rund 27 Milliarden Kubikmeter russisches Erdgases über Lubmin nach Westeuropa gepumpt werden. Nach Bau eines zweiten Stranges durch die Ostsee soll die Fördermenge voraussichtlich ab 2012 auf 55 Milliarden Kubikmeter erhöht werden.

Unmittelbar neben dem geplanten Einspeisepunkt in Lubmin will Concord Power darüber hinaus ein mit Erdgas gefeuertes Gaskraftwerk der 1200-Megawatt-Klasse errichten. Das Projekt sollte nach ursprünglichen Plänen über die Nordal-Festlandleitung aus Brandenburg beliefert werden. Inzwischen solle jedoch das Kraftwerk direkt an die Ostseetrasse angebunden werden, so dass die Nordal-Leitung für die Weiterleitung der Gasmengen nach Brandenburg zur Verfügung stehe, sagte Tschischwitz. Sowohl die Finanzierung der Nordal-Trasse als auch des Lubminer Gaskraftwerks seien gesichert, so dass kurzfristig mit deren Bau begonnen werden könne.

Von Ralph Sommer

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