Stellungnahme

Erdgasbranche fordert mehr Planungssicherheit

Erdgas ist auch 2006 die Wunschenergie Nummer eins bei den privaten Haushalten, teilte der Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft mit. Doch den Betreibern würden durch die jüngsten Entscheidungen der Bundesnetzagentur zunehmend Steine in den Weg gelegt.

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Berlin (red) - Die Gründe für die Untersagung der Einzelbuchungsvariante des Netzzugangsmodells Gas durch die Bundesnetzagentur bezeichnete der Präsident des Bundesverbands der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft (BGW), Michael G. Feist, als "nicht nachvollziehbar". Das von BGW und VKU vorgelegte Netzzugangsmodell Gas mit Zweivertragsvariante und Einzelbuchungsvariante sei aus Sicht des Verbands nach wie vor eine rechtlich zulässige, sachlich sinnvolle und einfache Lösung zur Umsetzung des Energiewirtschaftsgesetzes, so Feist.

Nach Auffassung von Feist dürfte eine große Anzahl an Unternehmen nicht in der Lage sein, innerhalb der geforderten Fristen die Modellanforderungen unternehmerisch umzusetzen. Die jetzt vorgesehene Umstellung der Verträge erfordere in der verlangten Kürze beispielsweise einen großen Aufwand bei der Datenverarbeitung. Hiervon seien vor allem kleinere und mittlere Gasversorgungsunternehmen betroffen. Um das Netzzugangsmodell der Kooperationsvereinbarung an die neuen Anforderungen der Bundesnetzagentur anzupassen, seien "realistischere Übergangsfristen" notwendig, meinte der BGW-Präsident.

Hinsichtlich der derzeitige Praxis der Netzentgeltgenehmigung durch die Bundesnetzagentur bemerkte Feist, dass das Ziel, den Wettbewerb zu intensivieren, nicht dazu führen dürfe, dass die Existenz der Gasnetzbetreiber in Deutschland in Frage gestellt wird. Die bisherigen Kürzungen der Netzentgelte von bis zu 28 Prozent und die weiteren Kostensenkungen im Zuge der künftigen Anreizregulierung würden erhebliche Konsequenzen haben.

"Was wir brauchen, sind realistische Anpassungszeiträume mit machbaren Zielgrößen. Und das insbesondere dort, wo Investitionsentscheidungen in der Vergangenheit getroffen wurden und deren Kosten nicht mehr beeinflussbar sind", so Feist abschließend.