Prognos-Studie

Erdgas: Transportentgelte deutscher Fernleitungsnetzbetreiber wettbewerbsfähig

Prognos hat den ersten europäischen Struktur- und Entgeltverglelch der überregionalen Gaswirtschaft vorgelegt. Die Netzzugangsentgelte der großen Gasnetzbetreiber wurden mit den überregionalen Netztarifen in Frankreich, Italien, Großbritannien, Belgien, den Niederlanden und Österreich verglichen.

Stromzähler© Gina Sanders / Fotolia.com

Berlin (red) - Die Entgelte der deutschen Fernleitungsnetzbetreiber sind im internationalen Vergleich wettbewerbsfähig. Dies ist das Ergebnis eines Struktur- und Entgeltvergleichs für den überregionalen Ferngastransport, den die Prognos AG erstmals in sieben europäischen Ländern durchgeführt hat.

"Unser Benchrnarking zeichnet sich dadurch aus, dass es auch die spezifischen Versorgungsstrukturen der einzelnen Länder berücksichtigt", erläuterte Jens Hobohm, Marktfeldleiter Energie & Wasser bei Prognos die Untersuchung. "Damit orientiert es sich an den gaswirtschaftlichen Realitäten und hebt sich von reinen Entgeltvergleichen ab, bei denen nur Zahlenreihen nebeneinander gestellt werden."

Zu welchen Preisen Erdgas in einem Land transportiert werden kann, hänge unter anderem vom Gasabsatz je Kilometer Transportnetz und vom mittleren Rohrdurchmesser des Netzes ab. Die Besiedlunysstruktur in Deutschland führe zu einer Versorgung in der Fläche, führte Hobohm aus. Der Anteil von Erdgas am gesamten Energieverbrauch liege in Deutschland zudem niedriger. "Deutschland hat strukturelle Nachteile gegenüber Großbritannien und Italien." Dennoch lägen die deutschen Entgelte im Mittelfeld des Vergleichs. Sie seien günstiger als die französischen und sogar deutlich günstiger als die italienischen.

Demgegenüber könnten in Großbritannien aufgrund von Strukturvorteilen niedrigere Entgelte im überregionalen Ferngastransport realisiert werden. Erdgas werde vor allem in wenigen großen Verbrauchszentren abgesetzt, allein zwei Drittel des jährlichen Gasverbrauchs in London und im Südosten der britischen Insel. Außerdem würden mehr Kraftwerke als in Deutschland mit Erdgas betrieben, was zu einer gleichmäßigeren Grundauslastung des Netzes führe.

"Während die leicht höheren Entgelte in Frankreich ins Bild passen, weil der Gasabsatz dort je Kilometer Transportnetz gut zehn Prozent niedriger als in Deutschland ist, überraschen die hohen Transportentgelte in Italien", so Hobohm, da das Land von seinen Strukturvortellen eigentlich profitieren müsste. Auch Belgien und die Niederlande wiesen gegenüber Deutschland Strukturvorteile auf. Ein direkter Vergleich der Entgelte sei jedoch nicht möglich gewesen, da die Entgelte nicht eindeutig dem überregionalen bzw. regionalen Ferntransport zugeordnet werden konnten. Ähnliches gelte für Österreich.

Auftraggeber der Studie waren die deutschen Femgasunternehmen der lmportstufe BEB Transport und Speicher Service GmbH, E.ON Ruhrgas AG, RWE Energy AG, die Verbundnetz Gas AG und die Wingas GmbH.