CO2-Lager

Erdgas-Lagerstätte in der Altmark als Kohlendioxid-Speicher

In einer Erdgaslagerstätte in Sachsen-Anhalt soll künftig der Klimakiller Kohlendioxid entsorgt werden. Laut Plänen der Erdgas Erdöl GmbH sollen in neuen Kraftwerken Köhle und Öl nicht mehr verbrannt, sondern vergast werden. Aus dem Abgas könne dann CO2 herausgewaschen und unterirdisch gelagert werden.

Netzausbau Ökostrom© Gina Sanders / Fotolia.com

Salzwedel (ddp-lsa/sm) - Nach Informationen der in Halle erscheinenden "Mitteldeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) will die Erdgas Erdöl GmbH (EEG) Berlin, die die Lagerstätte "Altmark" betreibt, nach dem Ende der Erdgasförderung verflüssigtes Kohlendioxid in über 3000 Meter Tiefe in einem natürlichen Porenspeicher lagern. Eine Sprecherin von EEG wollte zu dem Projekt noch keine Stellung nehmen, das Wirtschaftsministerium in Magdeburg bestätigte jedoch entsprechende Bestrebungen. "Es gibt noch keinen förmlichen Antrag, aber schon seit längerem Gespräche", sagte Ministeriumssprecherin Jeannine Kallert.

Nach Prognosen der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe soll die Erdgaslagerstätte unter der Altmark bis zu 500 Millionen Tonnen Kohlendioxid aufnehmen können - das entspräche dem CO2-Ausstoß zweier Großkraftwerke innerhalb von 50 Jahren.

Hintergrund der Pläne von EEG in der Altmark dürften die Bestrebungen der Europäischen Union sein, aber 2020 nur noch emissionsfreie Kraftwerke zu genehmigen. In diesen Anlagen sollen fossile Brennstoffe wie Kohle und Öl nicht mehr verbrannt, sondern vergast werden. Kohlendioxid wird dann aus dem Abgasgemisch herausgewaschen, verflüssigt und gelagert. Eine erste Pilotanlage war 2006 in Dänemark in Betrieb gegangen.