Standpunkt

eprimo: Regulierung bringt Stillstand

Der Markenstromdiscounter eprimo aus dem hessischen Groß-Gerau ist nicht davon überzeugt, dass das von der Bundesnetzagentur vorgeschlagene System zur Anreizregulierung zum gewünschten Erfolg führt. Der Versorger erwartet stattdessen einen nach wie vor stagnierenden Wettbewerb.

Strompreise© Gina Sanders / Fotolia.com

Bonn/Groß-Gerau (red) - Der jüngst von der Bundesnetzagentur vorgestellte Entwurf zur Anreizregulierung fordert die Betreiber von Strom- und Gasnetzen auf, ihre Netze kosteneffizienter zu gestalten. Beginnend mit dem Jahr 2008 soll so die Wirtschaftlichkeit der Unternehmen um jährlich mindestens zwei Prozent gesteigert werden. Dass dieses System tatsächlich zu einer Belebung des Wettbewerbs und damit zu Kostenvorteilen für die Verbraucher führt, bezweifelt u.a. der Markenstromdiscounter eprimo GmbH. Er geht vielmehr davon aus, dass eine mit der Anreizregulierung verbundene Absenkung der Netznutzungsentgelte gepaart mit einer Absenkung der Endverkaufspreise in einer unverändert niedrigen Wettbewerbsintensität münden wird.

Eine reglementierte Preisbildung wirke in einer Marktwirtschaft eher wettbewerbshemmend und führe zur Reduzierung von Margenpotenzialen im Energievertrieb, erläutert eprimo seine Prognose. Schon jetzt lägen die Margen im Stromvertrieb nur zwischen einem und drei Prozent, das seien keine attraktiven Gewinnaussichten, keine Anreize für einen Markteintritt neuer Händler und Vertriebsgesellschaften. Daher führe nur eine freie Gestaltung der Absatzpreise zu einer Belebung des Wettbewerbs.

"Die Preisbildung ist frei und in der Art zu gestalten, dass bei kalkulierbaren Risiken ausreichende Gewinnchancen - und damit dauerhafte Ertragsperspektiven - bestehen. Denkbare Ausuferungen bei Absatzpreisen oder Margen werden im Regulativ des freien Marktes mit Marktanteilsverlusten bestraft", erläutert Bernd Gundel, Geschäftsführer der eprimo GmbH. Und weiter: "Mit steigender Wettbewerbsintensität wächst die Notwendigkeit für Händler und Energievertriebsgesellschaften, sich preislich und qualitativ zu positionieren. Dies führt zu einer zunehmenden Angebotsvielfalt - ein Vorteil für die Verbraucher, denn sie können dann mit sinkenden Endverkaufspreisen rechnen."