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10.11.2009, 12:06 Uhr

Strom-News

Beschlossene Sache

E.ON verkauft Stromnetz für über eine Milliarde Euro

Der größte deutsche Energiekonzern E.ON hat einen Teil seines Stromnetzes verkauft. Der niederländische Netzbetreiber TenneT übernehme das Höchstspannungsnetz von E.ON, wie der Konzern heute mitteilt. Das regionale Verteilernetz, das den weitaus größten Teil des E.ON-Stromnetzes ausmacht, verbleibt hingegen im Konzern.

Düsseldorf (afp/ddp/red) - Die Niederländer übernehmen demnach zum 31. Dezember 2009 komplett die E.ON-Tochter Transpower, die das rund rund 11 000 Kilometer lange Höchstspannungsnetz besitzt und betreibt. Als vorläufiger Kaufpreis seien 1,1 Milliarden Euro vereinbart worden, der endgültige Preis werde dann zum Jahresende festgelegt. Betroffen von dem Verkauf sind rund 650 Mitarbeiter an den Standorten Bayreuth und Bamberg (beide Bayern) und am Standort Lehrte in Niedersachsen.

Auflagen der EU-Kommission

E.ON kommt mit dem Verkauf einer Einigung mit der EU-Kommission nach. Diese hatte im vergangenen Jahr ein Verfahren gegen den Energieriesen unter der Auflage eingestellt, dass E.ON einen Teil seines Netzes und 4800 Megawatt Kraftwerksleistung in Deutschland verkaufen muss.

Die EU-Kommission drängt die Energiewirtschaft seit langem zu einer Trennung der Stromübertragung von der Stromproduktion, um damit für mehr Wettbewerb zu sorgen. Sie kritisiert genauso wie Verbraucherschützer, dass die vier großen deutschen Stromversorger E.ON, RWE, Vattenfall und EnBW durch die Kontrolle über das Stromnetz den Zugang für Wettbewerber erschweren.

Grenüberschreitendens Stromnetz

Der E.ON-Vorstandsvorsitzende Wulf Bernotat begründete die Wahl von Tennet als Käufer mit deren überzeugender Geschäftsstrategie. Zudem werde mit der Schaffung des ersten grenüberschreitenden Stromnetzes ein Beitrag zur Integration der europäischen Märkte geleistet. "Wenn es gegenseitige Übereinstimmung gibt, muss man ein Geschäft abschließen", begründete er die schnelle Entscheidung für Tennet. Der von Analysten teilweise geschätzte Wert des Netzes von 1,6 Milliarden Euro sei "weit von der Realität entfernt", trat er möglicher Kritik am Kaufpreis entgegen. Man habe einen "guten und fairen" Preis erzielt.

Auch Vattenfall will sein Stromnetz bis Ende des Jahres verkaufen. Interessiert ist daran einem Zeitungsbericht zufolge ein Konsortium aus der US-Investmentbank Goldman Sachs und Töchtern der Deutschen Bank sowie des Versicherungskonzerns Allianz. RWE und EnBW wollen ihr Leitungsnetz hingegen behalten.

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