Umstrukturierung

Eon verkauft konventionelle Kraftwerke in Italien

Der Düsseldorfer Energiekonzern Eon konnte sein italienisches Geschäft aufspalten und einzeln verkaufen. Die Gas- und Kohlekraftwerke gehen an ein tschechisches Energieunternehmen. Eon-Chef Johannes Teyssen berichtete noch von weiteren Verkaufsplänen.

EON© E.ON SE

Düsseldorf (dpa-AFX/red) - Der Energiekonzern Eon hat die Hängepartie um den geplanten Verkauf seiner Italien-Tochter beendet. Das Geschäft soll nun aufgespalten und in einzelnen Teilen veräußert werden, wie Eon am Montag in Düsseldorf mitteilte. Für die konventionellen Kraftwerke mit einer Gesamtleistung von 4.500 Megawatt präsentierte der Konzern dabei mit dem tschechischen Energieunternehmen Energetický a Prumyslový Holding (EPH) einen Käufer. Das Portfolio von sechs Gaskraftwerken und einem Kohlekraftwerk galt als Schwachpunkt im Italien-Geschäft des Konzerns.

Verkaufspreis bleibt unbekannt

Über den vereinbarten Preis machte Eon keine Angaben. Zuletzt hieß es in Medienberichten, dass die Tschechen 350 Millionen Euro geboten hätten. Die zuständigen Wettbewerbsbehörden müssen dem Verkauf noch zustimmen. Das gilt allerdings als Formsache, da EPH bislang nicht in Italien vertreten ist. Eon rechnet im zweiten Quartal mit dem Abschluss des Geschäfts.

Pläne für den weiteren Verkauf

Eon-Chef Johannes Teyssen kündigte an, auch für die übrigen Geschäfte des Konzerns in Italien einen Verkauf zu prüfen. Dazu gehören Wasser-, Wind und Sonnenkraftwerke ebenso wie der Energievertrieb mit rund 800.000 Privat- und Geschäftskunden.

Insgesamt soll die bisherige Eon-Tochter mit rund zwei Milliarden Euro in den Büchern stehen. Ob mit dem Kraftwerksverkauf nun neue Abschreibungen fällig werden, wollte ein Sprecher nicht sagen.

Spanien-Geschäft bereits verkauft

Die für Eon glücklosen Aktivitäten in Südeuropa standen seit Monaten auf der Verkaufsliste. Ende November vereinbarte der Konzern bereits den Verkauf des gesamten Spanien-Geschäfts an die australische Macquarie Bank für einen Unternehmenswert von 2,5 Milliarden Euro. Der Verkaufsprozess in Italien lief hingegen schleppender.

Eon kündigte Wende an

Dem aktuellen Buchwert der Südeuropa-Geschäfte sind bereits erhebliche Abschreibungen in den vergangenen Jahren vorausgegangen. Eon hatte vor der Finanzkrise unter seinem damaligen Vorstandschef Wulf Bernotat für 11,5 Milliarden Euro Beteiligungen in Spanien, Italien und Frankreich gekauft.

Inzwischen hat der hochverschuldete und von der Energiewende schwer belastete Konzern seine eigene beispiellose Wende angekündigt. Eon wird sich im Jahr 2016 in zwei Teile aufspalten und dabei den gesamten Teil mit Kohle, Gas, und Atom in eine neue Gesellschaft ausgliedern. Der Hauptkonzern soll sich dann auf erneuerbare Energien, Energienetze und Kundendienstleistungen konzentrieren.