Zügige Verabschiedung gefordert

EnWG: Stromwirtschaft will Klarheit für Investitionen

Die Elektrizitätswirtschaft will für ihre milliardenschweren Investitionen klare Rahmenbedingungen und hofft daher auf die zügige Verabschiedung der EnWG-Novelle, erklärte Werner Brinker, Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), heute bei der Vorlage des VDEW-Jahresberichtes 2004 in Berlin.

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Berlin (ddp/sm) - Die deutsche Energiebranche hat ihre Forderung nach einer zügigen Verabschiedung der zweiten Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) noch vor der Sommerpause erneuert. "Die Elektrizitätswirtschaft steht vor milliardenschweren Investitionen und braucht dafür klare Rahmenbedingungen", erläuterte der Präsident des Verbandes der Elektrizitätswirtschaft (VDEW), Werner Brinker, am Dienstag in Berlin.

Übermäßige Erwartungen hinsichtlich moderater Strompreise werden sich nach Ansicht Brinkers durch die EnWG-Novellierung allerdings nicht erfüllen. Nachdem die Preise für die privaten Haushalte zu Beginn dieses Jahres im Durchschnitt um vier Prozent gestiegen sind, erwartet die Branche zwar im laufenden Jahr keine weiteren Anhebungen. "Für 2005 gehen wir davon aus, dass keine Erhöhungen mehr anstehen", sagte Brinker. Prognosen für die kommenden Jahre seien hingegen nur schwer möglich.

Zu einer möglichen Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke unter einer möglichen neuen unionsgeführten Bundesregierung wollte Brinker sich nicht äußern. "Wir sind nicht bereit, zum jetzigen Zeitpunkt über bestehende Vereinbarungen zu diskutieren", sagte er. Gleichzeitig regte Brinker Änderungen bei der Förderung erneuerbarer Energien an. "Wir haben in einigen Bereichen zu hohe Förderkosten", kritisierte er. Die Festpreise müssten abgeschafft werden, da sie zu einer Stagnation in der Weiterentwicklung führten.

Der Stromverbrauch in Deutschland stieg laut VDEW 2004 um 0,7 Prozent auf 528 Milliarden Kilowattstunden, während die Stromerzeugung leicht um 0,4 Prozent auf 496 Milliarden Kilowattstunden abnahm. Die Zahl der Beschäftigten in der Branche sei um 3,6 Prozent auf 126 700 zurückgegangen. Eine weitere Abnahme werde infolge der Regulierung nicht ausgeschlossen, hieß es.