Treffen in Berlin

EnWG: Energieintensive Unternehmen zahlen weniger für Netznutzung

Medienberichten zufolge haben sich die Chefs der vier großen Stromkonzerne E.ON, Vattenfall, EnBW und RWE gemeinsam mit Wirtschaftsminister Clement kürzlich in Berlin getroffen. Dabei sollen die Versorger eine Entlastung energieintensiver Betriebe durch verringerte Netznutzungsgebühren vorgeschlagen haben.

Stromtarife© Andre Bonn / Fotolia.com

Berlin (red) - Bei einem Treffen mit Wirtschaftsminister Wolfgang Clement haben die Chefs der vier größten deutschen Stromkonzerne verschiedenen Presseberichten zufolge angeboten, Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch von mehr als 100 Gigawattstunden nur noch die Hälfte der Netznutzungsentgelte zu berechnen. Das soll laut "Financial Times Deutschland" im neuen Energiewirtschaftsgesetz festgeschrieben werden. Gleiches gelte für Betriebe deren Stromkosten mehr als 20 Prozent der Bruttowertschöpfung beträgt.

Die Kosten würden jedoch nicht von den Energieversorgern übernommen, sondern sollten auf alle anderen Stromverbraucher aufgeteilt werden. Laut "Spiegel Online" zeigte sich Clement den Plänen gegenüber aufgeschlossen. Das "Handelsblatt" berichtete indes, dass die konkreten Werte im Versorger-Vorschlag gestrichen wurden. Damit bleibt die Forderung nach einer Halbierung der Durchleitungsgebühren für stromintensive Betriebe im Raum.

Voraussetzung sei, dass "das Ausmaß der Netznutzung eines Letztverbrauchers oder dessen kontinuierliche Netzauslastung dies rechtfertigt", heißt es in dem Formulierungsentwurf des Ministeriums. Halbiert werden sollten die Kosten auch, wenn die gleichmäßige Abnahme von Strommengen zu einer Senkung der Netzkosten führe, schreibt "Spiegel Online".