Umtrittene Tarifpraxis

EnviaM: Keine Umstellung in Tarif ProKlima 2011

Kunden der EnviaM, die dem Wechsel in den Tarif ProKlima 2011 nicht ausdrücklich zugestimmt haben, werden künftig nach dem Grundversorgungstarif beliefert und können so jederzeit ihren Anbieter wechseln. Der Energieversorger LichtBlick hatte gegen die EnviaM wegen ihrer umstrittenen Tarifumstellung geklagt.

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Leipzig/Hamburg (red) - LichtBlick hatte vor zwei Wochen Klage gegen die Tarifpraxis der in Chemnitz ansässigen RWE-Tochter EnviaM eingelegt. Daraufhin kündigte der Regionalversorger am Mittwoch in einer Pressmitteilung an, auf eine umstrittene Tarifumstellung zu verzichten.

Lange Vertragsbindung ohne Einwilligung

Mit dem sogenannten "ProKlima2011"-Tarif wollte EnviaM ihre Kunden ohne ihr ausdrückliches Einverständnis bis 2011 vertraglich binden. Weiterhin versteckt sich hinter dem neuen Tarif eine Strompreiserhöhung. In einem Schreiben an seine Kunden informierte EnviaM lediglich über die Tarifumstellung und teilte lapidar mit: "Wenn Sie mit der Umstellung einverstanden sind, müssen Sie nichts tun."

Kunden können kurzfristig wechseln

Jetzt erklärte EnviaM, dass alle Kunden, die sich nicht aktiv für den "ProKlima 2011"-Tarif entschieden haben, in der Grundversorgung bleiben. Die betroffenen Stromkunden sollten es jedoch nicht dabei belassen, denn der Grundversorgungstarif ist im Vergleich zu anderen Tarifen teuer. Daher sollten die Kunden Preise vergleichen und den Tarif oder auch den Stromanbieter wechseln. Da die Grundversorgung nur eine kurze Kündigungsfrist hat, ist ein Anbieterwechsel auch kurzfristig möglich.

Rechtsstreit wegen ProKlima 2011

Der Rechtsstreit zwischen LichtBlick und EnviaM zieht sich bereits über mehrere Instanzen hin. Zunächst hatte das Landgericht Leipzig die Tarifpraxis des Regionalversorgers in einer einstweiligen Verfügung untersagt. Später hatte das Oberlandesgericht Dresden diese Verfügung zwar aus formellen Gründen aufgehoben, in der Sache aber deutlich gemacht, dass das Vorgehen der RWE-Tochter rechtswidrig ist. LichtBlick hat daraufhin eine Klage gegen EnviaM eingereicht.