Windenergie

enviaM investiert über 40 Millionen Euro in Netzausbau

In den nächsten fünf Jahren wird der größte ostdeutsche Regionalversorger enviaM mehr als 40 Millionen Euro in den Netzausbau investieren. Schwerpunkte sind laut Vorstandschef Klawunn das Gebiet zwischen Lübbenau, Grosräschen und Falkenberg in Brandenburg sowie die Region um Marke und Klostermansfeld in Sachsen-Anhalt.

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Chemnitz (ddp-lsc/sm) - Die Windenergie bringt für die envia Mitteldeutsche Energie AG (enviaM) steigende finanzielle Belastungen mit sich. In den nächsten fünf Jahren müsse der größte ostdeutsche Regionalversorger mehr als 40 Millionen Euro in den Netzausbau investieren, sagte enviaM-Vorstandsvorsitzender Karl-Heinz Klawunn der Nachrichtenagentur ddp in Chemnitz. Schwerpunkte seien dabei das Gebiet zwischen Lübbenau, Grosräschen und Falkenberg in Brandenburg sowie die Region um Marke und Klostermansfeld in Sachsen-Anhalt.

Klawunn führte aus, als Netzbetreiber sei das Unternehmen verpflichtet, jederzeit die Einspeisung und Weiterleitung von Windstrom zu gewährleisten. In der Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes von 2004 sei die Anschlussverpflichtung nochmals verschärft worden. Danach seien Windkraftanlagen zu 100 Prozent ihrer installierten Leistung an das Netz anzuschließen.

Problematisch sei die unkontinuierliche Verfügbarkeit, betonte Klawunn. In Deutschland speisten Windkraftanlagen nur einen geringen Anteil der 8760 Jahresstunden in das Netz ein. Im Durchschnitt seien es zwischen 1700 bis 1900 Stunden, und dann noch zu Zeiten, in denen der Strom nicht zwingend benötigt werde. "Im Jahrhundertsommer 2003 hätten wir Windenergie gebraucht, um die heruntergefahrene Kohlekraftwerksleistung auszugleichen. Aber es wehte kein Wind", sagte Klawunn.

Nach Klawunns Worten erzielte die Windenergie bei enviaM im vergangenen Jahr den höchsten Zuwachs beim Strombezug aus regenerativen Energien. Das Aufkommen sei von 29,3 Gigawattstunden im Jahre 2003 auf 37,6 Gigawattstunden gestiegen. Zum Vergleich liefere Wasserkraft im Versorgungsgebiet nur 24,7 Gigawattstunden. Insgesamt liege enviaM mit 15,4 Prozent des Stromaufkommens aus erneuerbaren Energien deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 8,3 Prozent.

Laut Klawunn sind derzeit im enviaM-Netzgebiet in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen Windkraftanlagen mit einer Leistung von knapp 1800 Megawatt vorhanden. Bis 2009 wird mit einer Steigerung auf mehr als 3300 Megawatt gerechnet. Wenn die übertragene Leistung höher als die technisch zulässige Kapazität sei, könne es zu Netzengpässen und in Fehlerfällen ohne Gegensteuerung zu Stromausfällen kommen, räumte Klawunn ein. So lange das Hochspannungsnetz nicht entsprechend ausgebaut sei, erlaube der Gesetzgeber aber, in Starkwindphasen die Einspeisung von Windenergie zu reduzieren.