Klage

Entschädigung: Tepco soll für Suizid zahlen

Nach der Atomkatastrophe in Fukushima nahm sich ein Bewohner des Dorfes Iitate das Leben. Dafür soll die Betreiberfirma des havarierten Atomkraftwerkes Tepco nach dem Willen der Angehörigen zahlen. Die Familie fordert über 400.000 Euro an Entschädigung.

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Tokio (AFP/red) - Mehr als vier Jahre nach der katastrophalen Havarie des Atomkraftwerks von Fukushima haben die Angehörigen eines verstorbenen 102-Jährigen den Betreiber Tepco auf Entschädigung verklagt. Fumio Okubo, der älteste Bewohner des Dorfes Iitate, habe wegen der angekündigten Zwangsumsiedlung Suizid begangen, als Entschädigung für den Schmerz über seinen Verlust verlangten sie nun umgerechnet 440.000 Euro von Tepco, sagte Okubos Schwiegertochter Mieko am Mittwoch vor Journalisten in Fukushima.

Evakuierungen nach der Atom-Katastrophe in Fukushima

Iitate ist rund 40 Kilometer von dem Atomkraftwerk entfernt und liegt damit in einer der Gefahrenzonen, aus denen die japanische Regierung nach der Katastrophe vom 11. März 2011 die Bevölkerung in Sicherheit bringen ließ. "Ein Mensch mit 102 Jahren entschließt sich, dem Leben ein Ende zu setzen", sagte Mieko Okubo. "Tepco muss begreifen, wie schlimm das ist und wie groß unser Schmerz."

Gefahr durch radioaktive Strahlung

Zehntausende Anrainer mussten damals Heim und Hof verlassen, viele von ihnen dürfen wegen der anhaltenden Verstrahlungsgefahr noch für lange Zeit - oder gar nicht mehr - zurückkehren. Das Atomkraftwerk war nach einem verheerenden Erdbeben und anschließenden Tsunamis havariert, es war das schlimmste Atomunglück in der Geschichte Japans. Durch Erdbeben und Tsunami kamen rund 18.000 Menschen ums Leben, direkt durch das Atomunglück verursachte Todesfälle gibt es nach der offiziellen Statistik nicht.

Quelle: AFP